Zahl der Demenzkranken steigt

Demenz können Bürger nicht selbst diagnostizieren, sondern nur der Arzt. Darauf hat Prof. Dr. Tobias Hartmann, Neurologe an der Uniklinik des Saarlandes, während einer Veranstaltung im SZ-Forum hingewiesen.

. Die Zahl der Demenzkranken im Saarland wird deutlich steigen. Gesundheitsminister Andreas Storm (CDU) sagte während einer Veranstaltung der saarländischen Bundestagsabgeordneten Anette Hübinger am Dienstag im Forum der Saarbrücker Zeitung, 2009 seien rund 16 500 Menschen an Demenz erkrankt gewesen. In den nächsten 15 Jahren werde ihre Zahl auf 26 300 steigen, und dies bei einer überdurchschnittlichen Steigerung der Kosten für die Betreuung und Pflege. Das hänge damit zusammen, dass hier viel Personal gebraucht werde.

Storm sprach sich für "sorgende Gemeinschaften" aus, in denen neben Fachkräften auch Angehörige und Ehrenamtliche gebraucht würden. Oberstes Ziel müsse sein, den Kranken ein würdevolles Leben zu bieten, idealerweise zuhause. Prof. Dr. Tobias Hartmann, Neurologe an der Universitätsklinik des Saarlandes, brachte eine "große Sensation" in die Runde mit, nämlich die mutmaßlich neue Erkenntnis (des Niederländers Philip Scheltens und anderer), dass ein Nahrungsmittelextrakt bei rechtzeitiger Einnahme Alzheimer beherrschbar machen könne.

Hartmann riet ab, Demenz selbst diagnostizieren zu wollen. Dies könnten nur speziell ausgebildete Ärzte. Zumindest "jeder zwischen 60 und 70" solle überlegen, sich untersuchen zu lassen. Der Ingenieur Dr. Jan Alexandersson vom Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz in Saarbrücken stellte technische Errungenschaften vor, die Demenzkranken den Alltag erleichtern sollen, so etwa ein Rollator mit Navigationssystem, der den Weg zum Fahrstuhl oder gar in die Kirche kennt. Hübinger hob hervor, dass der Bund und besonders das Saarland viel in die Demenzforschung investierten. Wichtiger als alle Technik sei in der Betreuung und Begleitung aber immer der Mensch mit seinem Einfühlungsvermögen.