Wundersam und phantasievoll

Bevor es beim Ophüls-Filmfestival in den Mitternachtstalks um die aktuellen Streifen ging, wurden von 2008 bis 2012 kurze Einspielfilme gezeigt, zumeist gefertigt von Kunststudenten. Diese Videoclips sind noch bis Anfang Januar im Saarländischen Künstlerhaus zu sehen.

 Hier eine Szene des Kurzfilms zu „Monogamie für Anfänger“…
Hier eine Szene des Kurzfilms zu „Monogamie für Anfänger“…
 ... und hier aus dem Einspieler zu „Ein Sommersandtraum“.
... und hier aus dem Einspieler zu „Ein Sommersandtraum“.

Wer das Filmfestival Max Ophüls Preis verfolgt, der weiß, dass nach den Filmen - meist erst gegen Mitternacht - der Saarländische Rundfunk zu Diskussionsrunden einlädt. Dort können die Filmschaffenden mit dem Publikum über ihre Arbeit reden. Anlässlich dieser Mitternachtstalks sind von 2008 bis 2012 kurze Einspieler entstanden, kleine Videoclips, in denen die Filme vorgestellt wurden. Diese sind noch bis zum 4. Januar im Saarländischen Künstlerhaus zu sehen.

Die Einspieler wurden nicht von den Regisseuren aufgenommen, sondern von Studenten der Hochschule der Bildenden Künste (HBK) Saar, teilweise aber auch in Kooperation oder von den Mediengestaltern des SR. Man hatte in der Regel nur einen Tag Zeit, den entsprechenden Film anzuschauen und den Trailer zu drehen.

"Die Teams waren dabei ganz auf sich selbst gestellt", erklärt Sönke Zehle von der HBK Saar, der dort Medientheorie unterrichtet. Für diese Videos gab es weder Vorgaben noch Noten, aber auch kein Geld. Die Studenten machten alles freiwillig.

Die Beiträge hatten oft einen experimentellen Charakter und eine hohe Intensität, aber auch viel Humor. Es wurden keine klassischen Reportagen gedreht, sondern anspielungsreiche, wundersame und phantasievolle Kurzfilme.

Allerdings lastete der Zeitdruck schwer. "Ich würde es aber noch mal machen", sagt Feo Belenky. Und Nina Zarkh meint, sie habe in der kurzen Zeit, die sie hatte, sehr viel gelernt. Beide sind Studenten der HBK, Fachrichtung Medien, Art, Design. Und sie haben mit Lena Buddelmann, Louisa Maria Giersberg, Margrit Meyndt und Marvin Brendel den Trailer zum Film "Ein Sommersandtraum" des Regisseurs Peter Luisi erarbeitet. Dem Namen des Films verpflichtet, führt der Einspieler den Zuschauer anhand einer Sandspur in die Räume der HBK, wo Studenten regungslos verharren. Sie schlafen. Auf dem Boden, am Schreibtisch, sogar auf dem Kopierer. Und am Ende lächelt der Regisseur den Zuschauer tiefgründig an, verteilt feinen Sand und versetzt die Studenten weiter in tiefen Schlaf.

"Das Ganze war eine Kooperation mit dem SR", erzählt Sönke Zehle. "Harald Klein, der dort für das Festival zuständig war, Jan Tretschuk, der in der HBK Saar das Filmstudio leitet, und ich waren dabei, haben die Studenten betreut. Und es kamen erstaunliche Ergebnisse dabei heraus, es war ein tolles Format", berichtet er weiter.

Auf die Frage, warum es dann 2012 eingestellt wurde, sagt er: "Anfangs war die Kooperation mit dem SR experimentell. Aber es hat so gut geklappt, dass daraus dann die Max-Ophüls-Gastprofessur entstanden ist. Und damit wurde das Format eingestellt." Auch sei der Zeitpunkt des Festivals nicht optimal, denn Ende Januar seien für die Studenten oft Abgabetermine einzuhalten, der Zeitdruck zu groß. "Aber eigentlich müssten wir das noch mal machen."

"Einspieler der SR-Talks zum Max-Ophüls-Preis": Videoausstellung im Saarländischen Künstlerhaus bis zum 4. Januar in der Karlstraße 1 in St. Johann. Geöffnet Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr. Montags und am 31. Dezember geschlossen.