| 00:00 Uhr

Wo sind die Weihnachtsbriefe abgeblieben?

Saarbrücken. Mehr als einen Monat nach Weihnachten wartet SZ-Leser-Reporter Rudi Morsch aus Homburg noch immer auf einen Weihnachtsbrief. Der Post zufolge gibt es viele Gründe, die hinter dem Verlust stecken können. Von SZ-MitarbeiterMarko Völke

Rudi Morsch aus Homburg-Sanddorf klagt darüber, dass bei der Post Sendungen verschwunden seien. Kurz vor Weihnachten habe eine Bekannte ihm und zwei weiteren Personen Briefe mit Gutscheinen geschickt. "Alle drei sind nicht angekommen", sagt der SZ-Leser-Reporter. Seine Bekannte habe zwar einen Nachforschungs-Antrag gestellt, mache sich aber wenig Hoffnung, dass ihre Weihnachtsgrüße noch auftauchen.

Hans-Jürgen Thomeczek, Post-Sprecher in Frankfurt, erklärt, dass es für den Verlust von Sendungen verschiedene Ursachen geben könne. Es könne vorkommen, dass einzelne Briefe von der Sortiermaschine zerrissen werden. Jede einzelne dieser Sendungen werde jedoch 13 Monate zentral in Marburg aufbewahrt, um sie bei Anfragen zuordnen zu können. Deshalb sei es für den Absender wichtig, einen Nachforschungs-Antrag zu stellen, so der Sprecher. Natürlich könnten aber beim Verlust von Sendungen auch kriminelle Machenschaften nicht ausgeschlossen werden. "So kann es sein, dass sie aus dem Briefkasten gefischt wurden", sagt Thomeczek.

Für Diebstähle während der Beförderung der Sendung gebe es dagegen nur wenige Möglichkeiten. Die Post könne relativ einfach die Strecke nachvollziehen, die ein Brief zurücklegt, gibt der Sprecher zu bedenken. Zudem hätten nur wenige Mitarbeiter auf den Brief Zugriffsmöglichkeiten. Schwarze Schafe mache die Konzernsicherheit deshalb schnell ausfindig. Die Erfahrung zeige zudem, dass diese Mitarbeiter nicht nur einmal lange Finger machen. Thomeczek sagt: "Die Aufklärungsquote ist enorm hoch und liegt bei weit über 90 Prozent." Zahlen darüber, wie viele Sendungen pro Jahr abhanden kommen, konnte der Sprecher nicht nennen. Gemessen an den täglich beförderten 64 Millionen Briefen sei deren Anteil jedoch verschwindend gering.

Gerade in der Privatpost, die oft größtenteils aus Rechnungen und Werbung bestehe, seien solche Verluste sehr selten. "Trotzdem ist das natürlich für jede Sendung ärgerlich", weiß er. Da die Spannweite der Gründe, die für den Verlust in Frage kommen, sehr groß sei, könne die konkrete Ursache nur im Einzelfall abgeklopft werden. Fragen beant-worte die Kunden-Hotline der Deutschen Post unter Tel. (02 28) 4 33 31 11.

Wenn Sie auch Interessantes zu erzählen haben, hinterlassen Sie eine Sprachnachricht unter Tel. (06 81) 5 95 98 00 oder schicken Sie eine E-Mail an leser-reporter@sol.de oder unser Onlineformular unter www.saabruecker-zeitung.de/leserreporter.