Wo Einbrecher abbrechen müssen

Regionalverband. Urlaub haben Horst-Dieter Fries und René Gaspard zum Jahreswechsel nicht nehmen können. Die Spezialisten für Einbruchsschutz beim Landeskriminalamt (LKA) machten, wie üblich, Beratungsbesuche bei Bauherren und - leider auch - Geschädigten. Am Ende des Jahres würden es 500 Termine mit Privaten und 100 mit gewerblichen Hausbesitzern sein

Regionalverband. Urlaub haben Horst-Dieter Fries und René Gaspard zum Jahreswechsel nicht nehmen können. Die Spezialisten für Einbruchsschutz beim Landeskriminalamt (LKA) machten, wie üblich, Beratungsbesuche bei Bauherren und - leider auch - Geschädigten. Am Ende des Jahres würden es 500 Termine mit Privaten und 100 mit gewerblichen Hausbesitzern sein. Einbrüche, weiß der Leiter des Dezernates Polizeiliche Kriminalprävention und Opferschutz, Wolfgang Leidinger, sind ein "Ganzjahresthema". Im Jahr 2010 registrierte die Polizei im Regionalverband 793 Einbrüche und Einbruchsversuche in Häuser und Wohnungen, 2009 waren es 712 gewesen, 2008 genau 716, und 2007 waren es 724. Über den Daumen also: täglich zwei. Die Aufklärungsquote verharrt bundesweit bei 16 Prozent.Etwa 75 Prozent der Interessenten erkundigen sich beim LKA nach mechanischer Sicherheitstechnik, ohne zuvor Opfer einer Straftat gewesen zu sein. Der Gedanke der Vorbeugung ist also verbreitet. Im gewerblichen Bereich dagegen sind 60 Prozent der Ratsuchenden Geschädigte. Fries und Gaspard empfehlen häufig Investitionen in einbruchhemmende Fenster, abschließbare Griffe und hochwertige Schließzylinder, denn 40 Prozent aller Einbruchsversuche scheiterten an gut gesicherten Türen und Fenstern. Einbrecher, so die Erfahrung, brechen ihre Arbeit nach drei bis fünf Minuten ab, wenn der technische Widerstand ihnen zu groß erscheint. Sie wollen niemals auffallen. Die LKA-Experten haben allerdings kaum allgemeingültige Tipps. Wer am Waldrand wohne, brauche andere Dinge als der Reihenhausbesitzer in der City. Am günstigsten sei es so oder so, beim Neubau zu investieren, denn Nachrüstung koste ungleich mehr. Die Polizisten stellen oft fest, dass Bauherren von ihren Fensterlieferanten unzureichend über technische Möglichkeiten unterrichtet wurden. Ihrer Beobachtung nach werden gute Fenster auch nicht immer mit der entsprechenden Fachkenntnis montiert, etwa wenn der Rahmen nicht mit den passenden Schrauben im Gemäuer verankert wird. Die meisten Fehler machen hier dem Vernehmen nach Heimwerker, die sich bei der Materialwahl nicht auskennen.

Fries und Gaspard werden nicht müde, die bewährten Verhaltenstipps gegen Einbrüche zu wiederholen: Türen immer zuschließen, nicht nur zuziehen, allein schon aus Versicherungsgründen. Fenster immer schließen, nie gekippt lassen. Gerade im Winter "glaubwürdige Lichtakzente setzen", also das Haus durch Beleuchtung oder TV-Gerät bewohnt aussehen lassen. In Häusern mit mehreren Wohnungen kann bei Abwesenheit ein Radio laufen. Dort kundschaften Täter gern durch Horchen an der Tür aus, ob jemand da ist. wp

Auf einen Blick

Das Dezernat 14 des Landeskriminalamtes berät jedermann kostenlos. Es ist erreichbar unter Telefon (06 81) 9 62 35 35. Die Abteilung führt einen so genannten Errichternachweis, in dem geprüfte saarländische Betriebe (Türen und Fenster) aufgeführt sind, die Sicherheitstechnik verbauen und die qualifiziert beraten.

Auf der Internetseitewww.einbruchschutz.polizei-beratung.de sind die wichtigsten Tipps (Technik und Verhalten) aufgeführt. Wer das Internet nicht mag, der erhält in jeder Polizeidienststelle die Broschüre "Ungebetene Gäste" und den Flyer "Ganze Sicherheit für unser Viertel", der für Nachbarschaftshilfe wirbt. wp