Wo die Natur auf Künstliches trifft

Der aus Georgien stammende Kunst-Student Shalva Berekashvili ist fasziniert vom Zusammenspiel künstlicher und natürlicher Dinge. Für seine künstlerische Arbeit wurde der 32-Jährige mit dem Preis der Casino-Gesellschaft ausgezeichnet.

Die Casino-Gesellschaft hat ihren mit 1500 Euro dotierten Förderpreis an den Studenten der Hochschule der Bildenden Künste (HBKsaar) Shalva Berekashvili (32) vergeben (wir berichteten). Anlässlich des 200-jährigen Bestehens der Casino Gesellschaft habe man den Preis für Nachwuchskünstler vor 18 Jahren ins Leben gerufen, um jungen, talentierten Menschen die Möglichkeit zu geben, ihr Schaffen zu präsentieren und weiterzuentwickeln, so Lothar Arnold, Vorsitzender der Saarbrücker Casino Gesellschaft.

Neu waren Berekashvilis Arbeiten für Arnold nicht: "Bei einer Vorstandssitzung durften wir Berekashvili schon einmal kennenlernen: Seine Arbeiten haben uns damals schon sehr beeindruckt", sagte Arnold. Es sei immer schwer, jemanden aus den über 400 HBK-Studenten explizit herauszuheben und für den Förderpreis vorzuschlagen, gestand Laudatorin Gabriele Langendorf , Rektorin und Professorin der HBKSaar. Dennoch habe man mit Berekashvili als Preisträger die richtige Wahl getroffen, weil er beharrlich und konsequent seinen Weg verfolge. Er erweitere in seinen Bildwelten und konzeptionellen Arbeiten das Verständnis der Malerei , indem er die Leinwand nicht nur als einfaches Tableau betrachte, sondern verschiedene Materialien wie Verpackungskarton und Techniken wie Siebdruck zusätzlich nutze, um neue Räumlichkeiten entstehen zu lassen, lobte Langendorf .

Berekashvilis Arbeiten seien deshalb hochaktuell, weil die zeitgenössische Malerei derzeit durchtränkt wird vom Anspruch "mehr Raum, mehr Gegenstände" ins Bildinnere einzubinden.

Dass Konsequenz sich nicht immer in Gradlinigkeit ausdrückt, zeigt Berekashvilis Lebenslauf: Der gebürtige Georgier studierte an der Kunsthochschule Tbilissi erst Malerei , später absolvierte er einen Bachelor-Studiengang in Psychologie an der Uni in Tbilissi und belegte Meisterkurse für Fotografie. Seit 2011 studiert er an HBKsaar Freie Kunst mit dem Schwerpunkt Konzeptuelle Malerei im Atelier von Professorin Katharina Hinsberg und befindet sich derzeit im sechsten Semester. Er setzte sich intensiv mit der Siebdrucktechnik auseinander und entdeckte den Reiz der Synthese der unterschiedlichen künstlerischen Verfahrensweisen, so Langendorf .

Im Fürstenzimmer im Casino am Staden zeigte der 32-jährige Künstler drei seiner Werke, die er als "industrialisierte Landschaften" beschreibt, weil sie das Zusammentreffen von Natur und Zivilisation zeigen. Landschaft sei für ihn nie einfach nur Natur gewesen, sondern schon immer geprägt durch eine urbane Räumlichkeit, die er in der postsowjetischen Architektur von Tbilissi erlebt habe.

Seine "industrialisierten Landschaften" mischen Natur und von Menschenhand geschaffene Gegenstände. Bei zwei seiner Werke klebte er Verpackungskarton auf die Leinwand. Die kreisrunden Aussparungen füllt er mit Farbe. Inspiration für diese Arbeiten waren Bewässerungssysteme, da sie Technisches mit dem natürlichen Element des Wassers mischten: "Mich interessiert das Zusammenspiel von künstlichen und natürlichen Gegenständen", erklärt er. Der konstruierten Umwelt stellt er die natürliche entgegen. "Das Spiel mit Kontrasten und Gegensätzen fasziniert mich", so Berekashvili.

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