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Wirtschaft als Ferienspaß

Alexa Wachter, Lara Martin, Julia Kümmel und Sarah Schmeer (von links) haben ein Duschgel gemixt. Foto: Iris Maurer
Alexa Wachter, Lara Martin, Julia Kümmel und Sarah Schmeer (von links) haben ein Duschgel gemixt. Foto: Iris Maurer FOTO: Iris Maurer
Saarbrücken. Zwölf Unternehmen präsentieren Oberstufenschülern sowie Schülern, die nach den Sommerferien in die neunte oder zehnte Klasse wechseln, Wirtschaft als spannendes Feld. Neben der Theorie gibt es viel Praktisches. Gerrit Scherer

"Riecht wie verdorbener Ketchup!" Mit ihrer Duschgel-Mischung sind offenbar nicht alle Teilnehmer zufrieden. Andere hingegen sehr. "Mein Gel ist schön rosa, und der Geruch ist auch angenehm", sagt die 15-jährige Julia Kümmel stolz. Das jährliche Sommercamp des Vereins "Arbeitsleben Wirtschaft Schule e.V." (Alwis) in den Sommerferien verfolge zwei Ziele, erklärt Projektleiterin Sarah-Ann Gläser: "Die Jugendlichen lernen viel über Wirtschaft und können in unterschiedliche Berufe reinschnuppern."


Zwölf Unternehmen beteiligen sich am Sommercamp. In Planspielen haben die Jugendlichen eigene Firmen gegründet und deren Entwicklung am Computer simuliert. Dabei mussten sie sich Konzepte zum Verkauf von Zelten überlegen. "Keine der Firmen ist ins Minus gerutscht", berichtet Gläser, die im Laufe der Woche eine deutliche Verbesserung der Workshop-Ergebnisse festgestellt hat.

Außerdem hören die Jugendlichen Vorträge und besuchen Unternehmen, um verschiedene Berufsbilder kennenzulernen - zum Beispiel das des Drogisten. Unter Anleitung von Sandra Popadic, einer Mitarbeiterin der Drogeriemarktkette "dm", und ihrer Kollegen mixen 30 Camp-Teilnehmer aus Grundsubstanzen, Farb- und Duftstoffen ihre eigenen Duschgel- und Lipgloss-Kreationen. "Ein Drogist muss sich auch mit der Zusammensetzung seiner Produkte auskennen", sagt Popadic.

Nachwuchssorgen gebe es nicht: "Unser Unternehmen hat jedes Jahr rund 1850 freie Stellen und besetzt die normalerweise problemlos. Wir sind vor allem beim Sommercamp dabei, um den Jugendlichen Erfahrungen zu ermöglichen."

Dass dies eine außergewöhnliche Gelegenheit ist, zeigen die Gründe der Teilnehmer, das Camp zu besuchen: "Ich will einen lockeren Einblick in die Berufe. Ein Praktikum ist immer gleich so förmlich", meint Julia Kümmel . "Und außerdem gibt es hier noch ein Freizeitprogramm", fügt ihre Freundin Alexa Wachter hinzu.



Entsprechend groß ist die Nachfrage. Zehn Bewerber konnten diesmal keinen Platz in Camp I bekommen, das sich an Jugendliche richtet, die nach den Sommerferien in die neunte oder zehnte Klasse wechseln. Camp II ist für Oberstufenschüler und findet eine Woche später statt. Auch dort gibt es viele Anmeldungen.

"Das Interesse steigt von Jahr zu Jahr", sagt Projektleiterin Gläser. Mittlerweile gibt es deshalb schon eine Warteliste. Julia Kümmel ist froh, dass sie direkt einen Platz bekommen hat. Auf das Sommercamp ist sie durch ihre Geschwister aufmerksam geworden. "Die waren in den letzten Jahren dabei und haben mich ermutigt, auch mitzumachen. Und für mich hat es sich echt gelohnt", erzählt die Schülerin und meint damit sicher nicht nur ihr rosafarbenes Duschgel , das sie als Erinnerung mit nach Hause nehmen darf.