„Wir haben dem Schulverein mehrere Optionen angeboten“

Die Verwaltung hat viele Gespräche geführt, damit die Montessori-Gesamtschule in Saarbrücken bleibt, sagt Dezernent Erik Schrader. SZ-Mitarbeiterin Franziska Laßotta sprach mit ihm.

Was bedeutet es für den Standort Saarbrücken, dass die Montessori-Schule wegzieht?

Erik Schrader: Wir haben eine sehr vielfältige Schullandschaft. Grundschulen, weiterführende Schulen und berufsbildene Schulen in unterschiedlicher Trägerschaft tragen dazu bei. Es wäre natürlich eine gute Ergänzung gewesen, wenn auch eine weiterführende Montessori-Schule ihren Sitz in Saarbrücken gehabt hätte. Aber auch nach dem Wegzug gibt es für die Eltern ein attraktives Angebot.

Was hat die Stadt getan, um die Montessori-Schule zu halten?

Erik Schrader: Wir haben in den vergangenen Jahren zu sehr günstigen Mietkonditionen das Schulgebäude in Schafbrücke zur Verfügung gestellt. Bevor der Schulverein eingezogen ist, wurde das Gebäude nach Absprache mit der Schule hergerichtet. Dies hat eine kleinere sechsstellige Summe gekostet. Diese wurde von uns nicht mit der Miete verrechnet, sondern die Investition war eine Unterstützung der Stadt. Darüberhinaus haben wir viele Gespräche mit dem Schulverein geführt und attraktive und interessante Optionen in Saarbrücken dargelegt, zum Beispiel eine Erweiterung der Gebäude in Schafbrücke, die Nutzung der ehemaligen Grundschule in Jägersfreude oder eine Kooperation mit anderen Schulen . Auch haben wir versucht, den Regionalverband als Träger der weiterführenden Schulen und das Land als Zuwendungsgeber der Schulen in freier Trägerschaft dafür zu gewinnen, gemeinsam einen Neubau zu realisieren beziehungsweise mittelfristig ein Schulgebäude aus dem Eigentum des Regionalverbandes zur Verfügung zu stellen.

Warum konnte die Stadt es nicht bewerkstelligen, ein Schulzentrum aus der Grundschule und der weiterführenden Schule in Saarbrücken zu bilden?

Wir haben seit 2013 regelmäßig dem Verein angeboten, ihn bei Planung und Finanzierung zu unterstützen und Grundlagendaten angefordert. Von Seiten der Verwaltung wurden zahlreiche Termine mit dem Vereinsvorstand vorgeschlagen und wahrgenommen. Es wurden viele gute und nachhaltige Vorschläge erarbeitet und zur Diskussion gestellt. Flankiert wurden diese Bemühungen durch die Teilnahme von Vertretern der Stadt bei Terminen mit dem Regionalverband und den zuständigen Landesministerien. Die Lieferung von realistischen Anforderungen des Vereins für den Standort Schafbrücke liegen bis heute noch nicht vor.

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