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Winterberg-Chefin: Hygiene-Mängel Folge der Krankenhaus-Politik

Saarbrücken. Die Krankenhauspolitik der vergangenen Jahre hat nach Ansicht der Geschäftsführerin des Klinikums Saarbrücken , Susann Breßlein, fatale Auswirkungen - auch auf die Hygiene. "Kliniken stehen nicht nur unter Effizienzdruck. Sie stehen unter blankem Ergebnisdruck. Alles muss immer noch billiger gehen", schreibt Breßlein in einer Pressemitteilung des Interessenverbandes kommunale Krankenhäuser (IVKK), dessen stellvertretende Bundesvorsitzende sie ist. Anlass sind Recherchen des Magazins "Stern" über zum Teil erhebliche Hygiene-Mängel in deutschen Krankenhäusern. In 17 untersuchten Kliniken wurde nur jede vierte der 783 überprüften Flächen wenigstens einmal in 24 Stunden komplett gereinigt. Sogar Türklinken waren laut "Stern" in 69 Prozent der Fälle gar nicht oder nur teilweise gesäubert. Daniel Kirch

Breßlein bezeichnete dieses Ergebnis als "erschreckend". Es sei aber "bezeichnend" für die Folgen der Krankenhauspolitik. Dienste wie die Reinigung könnten "kaum noch autonom ,inhouse' erbracht werden". Breßlein: "Wir fordern eine Umkehr des unheilvollen Kommerzialisierungstrends im Krankenhaus." Kliniken müssten von dem Zwang befreit werden, sich über ihre Ertragskraft zu rechtfertigen. Gesundheit sei keine Ware, die sich in Heller und Pfennig bemessen lasse, sondern ein Wert an sich.