Windenergie: Grüne greifen Gillo an

Am Mindestabstand zwischen Häusern und Windrädern scheiden sich die Geister. Die Grünen sind sauer auf Regionalverbandsdirektor Peter Gillo (SPD), weil dieser Abstand auf 800 Meter erhöht werden soll.

Der Grünen-Kreisverband Saarbrücken kritisiert die Entscheidung des Kleinblittersdorfer Gemeinderats für einen Mindestabstand von 800 Metern zwischen Windrädern und Häusern. "Der Gemeinderat hat die Chance verpasst, dem Windkraftverhinderungskurs des Regionalverbandes einen Riegel vorzuschieben. Denn mit dem Votum von Kleinblittersdorf werden sich die Gemeinden im Kooperationsrat nun mehrheitlich für die Erweiterung des Mindestabstands aussprechen", erklärt die Kreisverbandschefin Barbara Meyer.

Die Zahl möglicher Windkraftanlagen im Regionalverband sinke um mehr als die Hälfte, wenn der Mindestabstand von 650 auf 800 Meter erhöht wird. "Es ist fraglich, wie viele Anlagen überhaupt noch realisiert werden können. Denn die Flächen sind nach der Abstandsvergrößerung sehr klein", kritisiert Meyer. Sie greift Regionalverbandsdirektor Peter Gillo (SPD ) scharf an: "Er war es, der eine Erhöhung der Mindestabstände ins Spiel gebracht und seine eigene Planung für einen Mindestabstand von 650 Metern nur acht Monate nach deren Wirksamwerden wieder über den Haufen geworfen hat." Stattdessen wäre es seine Aufgabe gewesen, über die Konsequenzen einer Erweiterung aufzuklären sowie Ängste und Vorurteile gegenüber der Windkraft auszuräumen. "Gillo gibt sein eigenes Klimaschutzkonzept auf, das auf einem Ausbau der Windkraft bei einem Mindestabstand von 650 Metern basiert", wettert die Grünen-Politikerin.

Der Regionalverbandschef weist die Vorwürfe als "falsch und polemisch" zurück. Erst nachdem die damalige grüne Ministerin Simone Peter die Landesentwicklungsplanung Windkraft aufgegeben habe, müssten nun 43 Flächennutzungspläne für Windenergie erstellt werden. Der Regionalverband sei zunächst von einem 650-Meter-Abstand ausgegangen, erklärt Gillo. "Aber schon in dieser ersten Planungsphase hatten wir Beschlüsse zum Beispiel in Riegelsberg und Heusweiler, diesen Abstand auf 800 Meter zu erhöhen." Ein Gutachter habe dann bestätigt, dass auch bei 800 Metern noch ausreichend Raum für Windräder vorhanden ist. Gillo wundert sich über die Grünen-Kritik. Denn die Beteiligung der Grünen an den Debatten in der Regionalversammlung und im Kooperationsrat sei "sehr mager" gewesen.

Bis zum 24. Juli haben die Bürger nun die Möglichkeit, im Internet ihre Meinung zu den neuen Windkraftplänen zu äußern. Dort finden sie alle Planunterlagen sowie das Online-Formular.

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saarbruecken.de/

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Auf einen BlickDie Gebiete für Windräder nach der neuen Planung: Kallenberg, Friedrichsthal, Kirschhofer Wald, Wengenwald, Lohberg/Schmittenberg (alles Gemeinde Heusweiler), Auenberg, Kleinblittersdorf, Fröhner Wald/Kasberg zwischen Heusweiler und Riegelsberg, Am Strebchen/Salzleckerhang zwischen Riegelsberg und Saarbrücken , Forsthaus Pfaffenkopf und Birkendell/Stiftswald, Saarbrücken , Hühnerscher Berg zwischen Völklingen und Saarbrücken . sm

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