Wildwasserstrecke als grenzüberschreitendes Projekt

Die Saar könnte schon bald eine Wildwasserstrecke bekommen. Die Kanu- und Angler-Vereine machen sich für dieses Projekt stark, von dem sowohl die deutsche wie auch französische Seite profitieren soll.

Eine Wildwasserstrecke auf der Saar? Der Traum vieler Kanuten aus der Großregion könnte sich bald erfüllen. Denn der Bau einer solchen Strecke zwischen Grosbliederstroff und Kleinblittersdorf ist möglich - und sinnvoll. Das besagt eine Studie der Hochschule für Technik und Wirtschaft Saarbrücken, die der Kanu-Club Val de Sarre aus Grosbliederstroff in Auftrag gegeben hatte. "Eine Umsetzung würde dem Schifffahrtsbetrieb keine Probleme bereiten und einen erheblichen Beitrag zur Wiederherstellung der Saar leisten" heißt es in der Studie.

Die Studie wurde Vertretern der saarländischen und französischen Kanu-Vereine, des französischen Angler-Verbands und des Wasserschiffsamtes im April vorgestellt. "Für gewöhnlich ist es ja so, dass mindestens eine Interessengruppe Bedenken äußert", erzählt Armin Neidhardt, Vorsitzender des Saarbrücker Kanu-Clubs, "doch in diesem Fall waren sich alle Beteiligten sofort einig." Geplant ist der Bau eines Kanals von Frankreich bis zum Saarwehr. 14 Kubikmeter Wasser in der Sekunde sollen durch den 500 Meter langen Kanal geführt werden und so eine schnelle Wildwasserstrecke ergeben, die für Kanu-Slalomsport, Wildwasserabfahrt, Freestyle oder Rafting genutzt werden könnte.

Mit dem Bau begonnen würde erst Ende 2014. Derzeit werden die Kosten für das Projekt ermittelt, anschließend wird die Finanzierung geklärt. Zudem muss das Vorhaben noch durch den Gemeinderat von Grosbliederstroff gewunken werden. "Da bin ich sehr optimistisch. Alle Signale waren bislang positiv", sagt Neidhardt. Er ist ein Verfechter der Wildwasserstrecke auf der Saar: "Das ist ein tolles, grenzüberschreitendes Projekt, mit dem man mehrere Fliegen mit einer Klappe schlägt. Der saarländische und französische Kanu-Sport profitiert von einer Trainingsstrecke. Auch die Angler sind zufrieden." Denn in die Slalomstrecke soll eine Fischaufstiegstreppe integriert werden, über die Fische zum Laichen das Wehr überwinden können. Damit wäre dem ökologischen Aspekt Rechnung getragen.

Auch Armin Thirion, Vorsitzender des Saarländischen Kanu-Bundes, ist von der Idee begeistert: "Eine Slalomstrecke gibt es im südwestdeutschen Raum nicht. Unsere Athleten müssen zum Training nach Basel, Augsburg oder Leipzig fahren. Das würde sich ändern. Und eventuell könnte man mit solch einer Strecke eine deutsche Meisterschaft ins Saarland holen." An der Finanzierung würde sich laut Thirion der Kanu-Bund beteiligen, "damit dieses tolle Projekt eine Chance hat".