Wiederbelebung für ein Kino

Das Saarbrücker Filmhaus ist in der Krise. Zuletzt kamen nicht einmal mehr 18 000 Besucher im Jahr, im Schnitt also weniger als 50 pro Tag. Das Ganze kostet die Stadt, die das kommunale Kino betreibt, zwischen 350 000 und rund 400 000 Euro pro Jahr. Das geht nicht mehr lange gut, befürchten Filmfreunde und haben deshalb im September vergangenen Jahres eine Initiative gegründet. Nun haben sie Ideen für ein „neues Filmhaus“ vorgelegt.

"Wo das Kino lebt" - der in Neonbeleuchtung an die Wand des großen Saals geschrieben Satz gilt als Anspruch, als Leitmotiv des Saarbrücker Filmhauses. Zurzeit wirkt er allerdings wie Spott, für Wohlmeinende wie Satire. Von Leben sei "kaum noch etwas zu spüren", schreibt eine Initiative von Filmfreunden, die das Filmhaus wiederbeleben will, im Vorwort ihrer Ideensammlung.

Der Anspruch der Gruppe: "Das Filmhaus soll wieder zur Heimat aller Cineasten im Saarland werden." Das bedeutet: Es soll kein städtisches Amt mehr sein, sondern ein "Ort der Filmkultur, wo einem die Inhaber noch persönlich das Ticket verkaufen und abreißen, sich Filmfans treffen und über neuste Trends und Vorlieben austauschen können".

Das heißt für die Initiative: Das Filmhaus soll nicht nur ein Ort sein, an dem Filme gezeigt werden. Sie will Experten zu Vorträgen einladen, ein Cinequiz organisieren, bei dem Filmfreunde einen vergnüglichen Abend beim Ratespiel verbringen können. Es soll auch Workshops geben und Filmreihen, Retrospektiven, Kinder- und Seniorenkino, Kurzfilmreihen.

Auch das Serviceangebot soll besser werden. Popcorn soll es geben, eine Platzreservierung soll möglich sein. Und das Kino soll insgesamt gemütlicher, einladender werden. Ab und zu will die Initiative Musiker und andere Künstler einladen und das Kino zur Bühne machen. Darüber hinaus soll es ein Filmhaus-Magazin geben, in dem nicht nur das Programm abgedruckt wird, sondern auch Hintergrundgeschichten, Interviews und Kritiken gedruckt werden.

Die Initiative ist überzeugt, dass die Stadt ein besseres Filmhaus bekommen kann als bisher und dabei auch noch Geld sparen kann - wenn sie das Kino von der Initiative managen lässt. Der Zuschuss, den man brauche, liege deutlich unter den 350 000 und rund 400 000 Euro, die die Stadt bisher jedes Jahr aufbringen muss. Details würde man gerne möglichst bald ernsthaft und im Detail diskutieren.

Ob Kulturdezernent Thomas Brück (Grüne) Interesse an den Ideen und am Angebot der Initiative hat, ist unklar. Er will sich in den kommenden Tagen zum Filmhaus äußern.

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