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Wie Schüler Fäden knüpfen zwischen Juden, Christen und Muslimen

Saarbrücken. Zwischen Christen, Juden und Muslimen muss es keinen Dialog, sondern einen Trialog geben, fordert die Stiftung des verstorbenen Unternehmers Herbert Quandt (BMW). Deswegen organisiert sie seit 2005 den Schulwettbewerb „Trialog der Kulturen“, an dem sich 2014 acht Schulen aus Rheinland-Pfalz und dem Saarland beteiligen. Ihre Präsentationen überzeugten mit Kreativität. caal

"Wir haben uns mit dem Thema Heimat beschäftigt", erzählt Filiz Erdogdu von der Sophie-Scholl-Gemeinschaftsschule aus Dillingen. Sie zeigt stolz ihre selbst gebastelte "Heimatkiste", einen kleinen Holzkasten, in dem sie eine Landschaft aufgebaut hat. Zusammen mit ihren Schulkameraden hat die Sechstklässlerin auch eine Synagoge besucht und sich mit dem kulturellen Erbe verschiedener Länder auseinandergesetzt. Im Saarbrücker VHS-Zentrum führten die Schüler am Freitag den türkischen Hochzeitstanz "Halay" auf. Die Schüler des Gymnasiums am Stadtgarten in Saarlouis haben das Theaterstück "Sós kávé - Salziger Kaffee. Unerzählte Geschichten jüdischer Frauen" entwickelt, welches sich mit Antisemitismus und Rassismus beschäftigt. Zudem betätigen sich die Schüler in verschiedenen Kunstprojekten und schreiben gemeinsam an einem Blog.

Effektvolle "Wurzelkiste"

Die Schüler der Montessori-Gesamtschule Saarbrücken-Schafbrücke stachen bei der Ergebnispräsentation vor allem durch ihre handwerkliche Geschicklichkeit hervor. An ihrem Stand gab es eine selbst gebaute Bienenwohnung und Mosaike zu bestaunen. Besonderen Anklang fand bei den Besuchern auch ihre "Wurzelkiste", ein großer betretbarer Kasten mit vier Wänden, an denen nicht nur biologische und religiöse Informationen zum Thema Wurzeln, sondern auch Fragen zu den Wurzeln des Betrachters eine Rolle spielen. Der Fokus der Saarbrücker Günter-Wöhe-Schulen für Wirtschaft lag dagegen auf der Entwicklung eines Kulturatlasses für Saarbrücken. Die Schüler sammelten dazu fleißig Informationen, entwarfen einen Kurzfilm und einen virtuellen Stadtrundgang. In ihrer "Zukunftswerkstatt" überlegen sie, wie Saarbrücken im Jahr 2034 aussehen könnte.

Zum Schuljahresende entscheidet eine Jury über die Beiträge und vergibt Preisgelder in Höhe von insgesamt 60 000 Euro, damit die Projekte fortgeführt werden können. Zu Beginn der Projektphase erhielten die Schulen ein Startkapital von 3500 Euro. Bis 30. April können sich interessierte Schulen für die kommende Runde bewerben.

www.trialog-

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