Wie man durch Kunst eine Region entwickelt

Der diesjährige Kulturpreis des Regionalverbandes Saarbrücken ist ein Experiment. In der Ausschreibung werden die teilnehmenden Künstler aufgerufen, das Thema Regionalentwicklung in den Fokus zu rücken.

"Wir brauchen dafür Menschen, die sich für nachhaltige und ökologische Themen einsetzen," betont Peter Lupp, wenn es darum geht, herauszuarbeiten, was die Region Saarbrücken mit ihrer Tradition als Bergbau- und Industriestandort, vor dem Hintergrund des demografischen Wandels, einer um Definition ringenden regionalen Baukultur ausmacht. Dafür braucht es den Dialog zwischen allen, die in der Region tätig sind, wünscht sich Lupp.

Eine wichtige Quelle dafür ist die Kreativität. So wenig sie sich darauf beschränkt, Farbe auf eine Leinwand aufzutragen, so wenig muss ein regionaler Kunstpreis dafür auszeichnen, dass der Künstler in der Region lebt. Interessanter hingegen ist die Frage, wie er sich mit seiner künstlerischen Arbeit mit der Region auseinandersetzt, in der er lebt.

Darauf ist die diesjährige Ausgabe des Kulturpreises des Regionalverbandes Saarbrücken ausgerichtet. Denn die Organisation des Preises obliegt in diesem Jahr dem Fachdienst Regionalentwicklung und Planung des Regionalverbandes, woraus sich die Neuorientierung des Preises erklärt. "Es ist ein Experiment", bekennt Lupp, der als Regionalentwickler für die Ausrichtung des Preises zuständig ist. Aber eines, das fundiert ist und dem Künstler mehr zutraut, als das Klischee des verrückten Paradiesvogels auszufüllen.

Die Ausschreibung des Kulturpreises weist ihm eine andere Rolle zu, indem sie künstlerische Positionen anfordert, die auf ihre Weise mit der Region als Lebensraum befasst sind und das Thema Regionalentwicklung auf künstlerische Art angehen: "Es geht um den Künstler als Gestalter und Begleiter dieser Prozesse," betont Lupp. Das heißt nicht, dass der Künstler hier als Architekt, Landschaftsplaner, Geograf oder Soziologe auftreten soll, sondern es geht darum, wie er mit seinen Medien (Zeichnung, Malerei, Installation, Fotografie, Landschaftskunst, Landschaftsgestaltung) daran mitwirkt.

Versteht man Kunst und Kultur als Form der Kommunikation, dann gehören sie notwendig dazu, wenn ein Dialog darüber geführt wird, wie sich die Region entwickelt. Sie geben ihm Gestalt. Für den Kulturpreis, der mit 2000 Euro für Einzelpersonen und 3000 Euro für Gruppen ausgeschrieben ist, müssen die Bewerber vorgeschlagen werden. Die Bewerbungen und Vorschläge sind schriftlich in einer Bewerbungsmappe bis zum 30. September einzureichen.

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