Wer wild pinkelt, der zahlt

Sich mal eben in einem städtischen Blumenbeet zu erleichtern oder an der nächsten Hauswand Wasser zu lassen, kann teuer werden. Im Saarland blühen Wildpinklern Verwarnungs- oder Bußgelder ab 30 Euro aufwärts. Die Bestrafung des Kavaliersdeliktes ist Angelegenheit der Kommunen.

Vor allem an Wochenenden häufen sich die Vorfälle. So vergehe auch in Saarlouis kein Wochenende ohne Wildpinkler, teilte Jürgen Theobald, Leiter des Ordnungs- und Standesamts der Stadt mit. Die genaue Anzahl der Fälle sei statistisch nicht erfasst. Den Übeltätern drohen Verwarnungsstrafen ab 35 Euro, die bei wiederholtem Erwischen zu Bußgeldern von bis zu mehr als 55 Euro führen können. Ein besonders dreister Wildpinkler habe seine Notdurft sogar einmal neben der Eingangstür der Saarlouiser Polizei verrichtet, erzählt der Amtsleiter. Dies sei den Mann teuer zu stehen gekommen. In Homburg hingegen sei das Phänomen eher selten, bestätigte Pressesprecher Jürgen Kruthoff. Wenn die Ordnungskräfte doch einmal einen Sünder ertappten, bliebe es meistens bei einer mündlichen Verwarnung. Bei Wiederholungstätern würden Bußgelder ab 35 Euro fällig. "Schäden durch menschliches Urinieren sind bisher nicht festgestellt worden. Wir sehen keine Notwendigkeit, einen Schutzlack an städtische Gebäude anzubringen", sagte Kruthoff. In Saarbrücken zeigt sich die Problematik wegen der ausgeprägten Ausgehszene wohl am deutlichsten. Thomas Blug, Sprecher der Stadt, sagte: "Wildes Urinieren ist nicht nur rücksichtslos gegenüber den Mitmenschen, es ist eine Ordnungswidrigkeit. Wird jemand erwischt, werden 30 Euro Bußgeld fällig." Von im Schnitt etwa 1000 eingeleiteten Verfahren pro Jahr gehe es in rund 20 Fällen um wildes Urinieren. Es könne jedoch nicht festgestellt werden, dass die Fälle in den vergangenen Jahren zunahmen, so Blug.