Wenn Sport zum Erlebnis wird

Der erste so genannte „Grundschul-Erlebniswandertag“ an der Hermann-Neuberger-Sportschule in Saarbrücken wurde zu einer runden Sache. Weitere Veranstaltungen dieser Art sollen bald folgen.

 Eine der Stationen beim Erlebniswandertag an der Hermann-Neuberger-Sportschule: Die Kinder mussten auf der Tartanbahn der Leichtathletik- und Badmintonhalle so schnell laufen, dass eine Zeitungsseite an ihnen hängen bleibt. Fotos: Oliver Dietze
Eine der Stationen beim Erlebniswandertag an der Hermann-Neuberger-Sportschule: Die Kinder mussten auf der Tartanbahn der Leichtathletik- und Badmintonhalle so schnell laufen, dass eine Zeitungsseite an ihnen hängen bleibt. Fotos: Oliver Dietze

Die Gesichter strahlten, die Augen funkelten - selbst, wenn das Spielgerät sich etwas widerspenstig verhielt oder ihr teilweise notwendiger Mut die teilnehmenden Kinder kurzzeitig verließ. Rund 400 Grundschülerinnen und Grundschüler nahmen am vergangenen Freitagmorgen am ersten "Grundschul-Erlebniswandertag" an der Hermann-Neuberger-Sportschule teil, zu dem der Landessportverband für das Saarland (LSVS) geladen hatte.

Zwischen 9 und 12.30 Uhr konnten sich die Kinder aus 21 Schulklassen auf dem Gelände der Sportschule im Saarbrücker Stadtwald austoben. Von insgesamt elf Stationen durfte sich jede Klasse zwei aussuchen, an denen sie von fachspezifischen Trainern angeleitet wurde. Im Angebot waren: Badminton, Judo, Tischtennis, Tennis, Leichtathletik, Turnen, Fußball, Ringen und Volleyball sowie "Schnitzeljagd" und "Zirkus". Bei dem Letztgenannten hatten vor allem die Kinder Spaß, die mit Ball- oder Rückschlag-sportarten nichts am Hut haben.

"Solche Angebote wie Zirkuspädagogik können alle Kinder für sportliche Betätigung und Bewegung begeistern. Es ist wichtig, dass jedes Kind mit einer Sportart in Berührung kommen kann, die ihm gefällt", sagte Dirk Mathis, Referent des Landessportverbandes und Mit-Organisator des Erlebnis- und Sportwandertags. Beim Zirkussport geht es hauptsächlich um Geschicklichkeit und Koordination, die man für Einradfahren, verschiedene Jonglier-Übungen mit Tüchern, Stäben, Tellern, einem "Diavolo"-Spiel oder das Balancieren und Laufen auf speziellen Zirkustonnen braucht.

"Wir bieten so etwas auch an unserer Schule an", sagt Alexandra Hoffmann, Leiterin der Grundschule Saarbrücken-Rodenhof: "Vor allem die Nachmittagsbetreuung verfügt über viele solcher Dinge. Das ist auch gut so, weil viele Schülerinnen und Schüler vom Elternhaus her nicht die Möglichkeit haben, Vereine zu besuchen." Dass Kinder, die bereits in Vereinen aktiv sind, ein verbessertes Sozialverhalten zeigen, hat Hoffmann bereits festgestellt: "Die Gemeinschaft ist eine ganz andere, das gegenseitige Helfen ist noch einmal anders, und viele bringen auch Spiel- und Übungsideen aus den Sportvereinen mit in den Unterricht. So entsteht ein ganz toller Austausch."

Die Zusammenarbeit mit Vereinen wird an vielen Ganztagsschulen bereits praktiziert. Und geht es nach Gerd Meyer, dann wird es solche Kooperationen noch häufiger geben. "Nach unserem großen Vereinskongress im April haben wir beschlossen, die Sportschule weiter zu öffnen - gerade für Kinder und Jugendliche , die sonst nicht die Möglichkeit hätten, die Faszination Sport hier zu erleben", sagt der im Oktober aus dem Amt scheidende Präsident des Landessportverbandes für das Saarland: "Wir sind froh, dass wir gleich beim ersten Mal schon fast ausgebucht sind." Meyers Nachfolger wird Klaus Meiser (wir berichteten).

Der Erlebniswandertag an der Sportschule war der erste seiner Art, aber weitere sollen folgen. "Der erste Schritt wird sein, diesen Wandertag jedes Jahr anzubieten. Der zweite ist, noch in diesem Jahr eine ,Nacht des Sports' zu veranstalten, um insbesondere Jugendliche für den Sport zu begeistern", kündigte Meyer jedenfalls an.

lsvs.de