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Wenn's rumpelt, wird repariert

Saarbrücken. Auf der A 6 zwischen St. Ingbert und Fechingen rollt der Verkehr in dieser Woche langsamer als sonst. Fahrzeuge können lediglich eine Spur benutzen, kommen im Berufsverkehr nur mäßig voran Von SZ-Mitarbeiterin Caroline Biehl

Saarbrücken. Auf der A 6 zwischen St. Ingbert und Fechingen rollt der Verkehr in dieser Woche langsamer als sonst. Fahrzeuge können lediglich eine Spur benutzen, kommen im Berufsverkehr nur mäßig voran. Bauarbeiten behindern den Verkehr, bestätigt der Sprecher des Landesbetriebs für Straßenbau (LfS), Hans-Werner Sommer: "Es gab Schäden im Bereich der Übergangskonstruktion", an den verzahnten Eisenteilen also, die die Verbindung zwischen normaler Straße und Brücke bilden.


Angekündigt hatte der LfS diese Baustelle nicht. Wie auch? Schlaglöcher hatten sich aufgetan. Plötzlich, unvermittelt. "Die zu beseitigen ist immer eine kurzfristige Sache, die schnell erledigt sein muss", sagt Sommer. Ein bis zwei Tage habe der Landesbetrieb Zeit, eine Firma zu beauftragen, die sich gleich um den Fehler kümmert. Gelinge das nicht, würden Schilder aufgestellt.

Der Schaden an der Fechinger Talbrücke sei in der vergangenen Woche gemeldet worden. Am Montagmorgen hatten die Arbeiten begonnen. Auf besonders stark befahrenen Straßen oder in der Nähe eines Gewerbegebiets mit viel Zulieferverkehr werden diese Tätigkeiten auch schon mal nachts oder am Wochenende durchgeführt - nicht so in Fechingen. Eine Nachtbaustelle "verteure die Sache wesentlich", sagt Sommer. "Hier ist die Straße ja auch weiterhin einspurig befahrbar", die Behinderungen im Berufsverkehr vertretbar also. Und mit einem kritischen Blick auf die Autofahrer stellt er fest: "Wir müssen uns ja jetzt schon entschuldigen, dass wir bauen. Jeder will bestmögliche Straßen haben, aber dafür muss man eben bauen."

Das tut auf viel befahrenen Strecken wie der A 6 eben häufiger Not, denn "insbesondere, wenn viele Laster fahren, wirken große Kräfte". Und diese verursachen dann die tiefen Unebenheiten im Asphalt. "Das ist, wie wenn Sie mit der Hand immer wieder über ein Stück Puffreis reiben", stellt der LfS-Sprecher die Tücke mit dem Schlagloch dem Straßen-Laien dar. "Die Schokolade, die die Reiskörner zusammengehalten hat, erwärmt sich, ihre Klebewirkung lässt nach und es bricht ein Stück Reis heraus." Und wo mal ein Teilchen abgebrochen sei, gingen schnell noch ein paar mehr verloren.

Kurzfristig eingerichtete - zum Teil auch nur auf wenige Stunden begrenzte - Baustellen können häufig nur per Verkehrsfunk vermeldet werden. Solche, die der LfS auf lange Sicht geplant hat, und die mutmaßlich drei Tage und länger andauern, vermeldet er außerdem im Internet.



Der Verkehr an der Fechinger Talbrücke soll pünktlich zu Pfingsten wieder ab morgen Vormittag normal rollen - ohne Arbeiter und ohne Schlagloch.

Meinung

Ausgerechnet zur Rush-Hour?

Von SZ-Redakteur

Bernard Bernarding

Es ist richtig: Was neu ist, wird alt, und was benutzt wird, verschleißt mit der Zeit. Natürlich wünschen sich alle Autofahrer gute Straßen ohne Spurrillen und Schlaglöcher. Gewiss erwarten die Steuerzahler, dass die Landesbehörden für Straßenbau einen ordentlichen Job machen - aber muss die Großbaustelle ausgerechnet morgens zur Rush-Hour eingerichtet werden? Anfang der Woche kamen Tausende Saarländer zu spät zur Arbeit, weil sie auf der Fechinger Talbrücke im Stau standen. Die Ausbesserungen müssen nicht immer nachts gemacht werden, das ist in der Tat zu teuer. Aber wie wär's denn mit einer intelligenteren Arbeitszeit, zum Beispiel zwischen zehn und 16 Uhr? Oder an besonders kritischen Stellen am Wochenende? Die Bürger, für die der ganze Aufwand ja getrieben wird, würden es begrüßen.