Wenn Not am Mann ist, sind sie fit

Großer Übungstag der Rettungskräfte im Bezirk Halberg. Von Ensheim über Scheidt bis Güdingen wurde der Ernstfall geprobt. 172 Helferinnen und waren dabei im Einsatz.

Gegen halb neun tönte schon das erste Tatü-Tata durch Ensheim, als die knallroten Einsatzfahrzeuge mit Blaulicht in Richtung Flughafen düsten. Etwa eine Stunde später stand der Kindergarten in Scheidt im Mittelpunkt eines Feuerwehreinsatzes. Und so kamen am Samstagvormittag die Stadtteile des Saarbrücker Bezirks Halberg kaum zur Ruhe. Denn dort lief die Tagesübung der freiwilligen Feuerwehr mit allen beteiligten Löschbezirken: LB 20 Schafbrücke, 21 Bischmisheim, 22 Brebach, 23 Güdingen, 24 Bübingen, 25 Fechingen, 26 Eschringen, 27 Ensheim und LB 19 Scheidt. Hilfestellung gab zudem die Freiwillige Feuerwehr Alt-Saarbrücken. Sie stellt stets das Einsatzleitfahrzeug, wenn die freiwilligen Feuerwehrleute der Stadt unterwegs sind.

Einen spektakulären Einsatz hatten die ehrenamtlichen Lebensretter auch in Güdingen. Ein Pkw war von hinten von einem Laster gerammt und von der Bahnstraße hinunter gegen einen Baum geschoben worden. Drei Insassen in beiden Fahrzeugen warteten bewusstlos auf Hilfe. Noch schlimmer hatte es den Fahrer eines weiteren Pkw getroffen. Sein Ausweichmanöver war gründlich schief gegangen, und so landete der Wagen auf dem Dach liegend in einer Wiese. Diese missliche Lage wollten die Feuerwehrleute jedoch keinem Darsteller aus Fleisch und Blut zumuten, sie hatten eine Dummy-Puppe eingesetzt.

Das erste Augenmerk der Retter, in diesem Fall aus Güdingen und Bübingen, galt selbstverständlich den Verletzten. So weit ansprechbar Mut zusprechen und die Erstversorgung einleiten. Wichtig auch, die Autos mit Holzklötzen und Keilen so zu stabilisieren, dass sie nicht kippen und somit die Verletzten oder die Helfer weiter zu gefährden.

Und wenn es darum geht, Menschen aus Autos zu befreien, gehen Feuerwehrleute oft rustikal zu. Hebeln die Türen mit hydraulischen Spreizern ab, durchschneiden A-, B- und C-Säule mit hydraulischen Scheren, um das Dach nach hinten wegzuklappen. Auch, dass eine gefährliche Flüssigkeit von der Laster-Ladefläche tropft, entging den Feuerwehrleuten nicht, und sie ergriffen die entsprechenden Maßnahmen.

Den abschließenden Großeinsatz erledigten die Feuerwehrleute am evangelischen Gemeindehaus in Bischmisheim, wo mit Hilfe der Drehleiter aus Dudweiler Personen gerettet wurden. Zusammen brachten es die 172 Einsatzkräfte auf 26 Einsätze, wie der insgesamt zufriedene Löschabschnittsführer Willi Hartz informierte. Auch ein echter Einsatz in Güdingen sei noch dazugekommen.