Wenn Komponisten kritzeln: Neuer Kinder-Musikführer

Nein, leichter ist es ja nicht geworden, Kinder mal für den Besuch eines Klassikkonzertes zu gewinnen. "Das kann'ste ja wohl voll vergessen" - kommt es gerne mal postwendend auf eine solche Anfrage aus dem Kinderzimmer retour. Glückt es dann aber doch, beispielsweise so einen notorischen Basecap-Hüter ins Konzert zu lotsen, merkt man: Gute Klassik rührt auch coole Zehnjährige (sie geben's bloß nicht zu). Und: So ein Konzert wirft Fragen auf.

Der angehende Saarbrücker Arzt - und passionierte Musiker (Horn und Klavier) Jakob Leiner hat sich nun mit einer Broschüre daran gemacht, zum Teil elementare Kinderfragen zur Musik zu beantworten. Sein 55-Seiten-Büchlein "Entdecke die klassische Musik" wirkt zwar in der Aufmachung betulich, die 21 Kapitel jedoch sind erfrischend nah am Zielpublikum - ca. sieben bis zehn Jahre - geschrieben. Locker, doch nicht anbiedernd oder gar anspruchslos.

Und Leiner scheut sich auch nicht, scheinbar Banales zu erklären. Der Autor, der auch für die "Saarbrücker Zeitung" regelmäßig rezensiert, widmet sich exemplarisch wichtigen Komponisten von Mozart über Beethoven bis Strawinsky, dem Aufbau eines Orchesters, den musikalischen Gattungen - aber er erläutert auch anschaulich und vergnüglich, was bei so einem Besuch im Konzertsaal oder in der Oper auf einen zukommt. Und wann man eigentlich klatschen darf. Ganz wichtig.

Jakob Leiner: Entdecke die Klassische Musik , 55 Seiten,

Autumnus-Verlag, 10,90 Euro.