Wenn Bach auf Breakdance trifft

Johann Sebastian Bach, der Barock und das „Wohltemperierte Klavier“ – Beats, Breakdance und quietschende Sneakers. Die Straßentanz-Weltmeister-Truppe der „Flying Steps“ ließ mit „Red Bull Flying Bach“ mehrere Welten aufeinander prallen.

Gegensätze ziehen sich an - diese alte Redewendung bewahrheitete sich am Samstag einmal mehr: Breakdance traf auf Ballett, moderne Beats trafen auf Bachs Werk "Wohltemperiertes Klavier ". Mit ihrer mit dem "Echo Klassik"-Sonderpreis ausgezeichneten Show "Red Bull Flying Bach" traf die Formation Flying Steps auch den Nerv des Publikums in der ausverkauften Congresshalle Saarbrücken .

Von den Klängen einer Pianistin live begleitet, drehte die Balletttänzerin Anna Holström leichtfüßig ihre Pirouetten und näherte sich mit fließenden Bewegungen einer Gruppe von Breakdancern. Die jungen Männer überzeugten das Publikum mit für ihren Stil typischen Figuren wie Drehungen auf dem Kopf. Die Balletttänzerin verdrehte ihren männlichen Kontrahenten immer mehr den Kopf. Zunächst wurde sie von den hippen Tänzern abgelehnt, dann gerieten sie wegen ihr in einen Streit, schließlich näherten sie sich ihr immer mehr an und zeigten einen umjubelten Pas de Deux.

Zu den tänzerischen, oftmals mit Ironie gespickten Darbietungen erklang neben einem Piano unter anderem ein Cembalo. Zudem wurde die barocke Musik Bachs, die die Berliner Tanzgruppe Note für Note visualisierte, zum Teil elektronisch verfremdet.

Bei der Show der vierfachen Breakdance-Weltmeister, die eine Neuheit im Programm des Congress Centrums Saar (CCS) bildete, vermischten sich nicht nur die musikalischen Welten. Auch das Publikum reichte von jungen Tänzern in Trainingsanzügen bis zu über 50-Jährigen im edlen Outfit. Viele hoffen, dass die Truppe auch mit ihrer neuen Show "Red Bull Flying Illusion", in der Magie auf Breakdance trifft, ins Saarland kommt.