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Weniger Saar-Schüler kommen in den Genuss von kostenlosem Obst

Weniger Saar-Schüler kommen in den Genuss von kostenlosem Obst

Kostenlose Obst- und Gemüse-Rationen, offeriert von EU und Land, erfreuen sich an Kitas und Schulen wachsender Beliebtheit. Doch die Nachfrage übersteigt das Angebot. Deshalb hat Umweltminister Jost jetzt rationiert.

Seit dem Jahr 2009 gibt es für interessierte Saar-Grundschulen drei Mal wöchentlich Obst- und Gemüserationen, die die Schüler verzehren. 100 Gramm sind es pro Tag und Schüler, die geschnippelt und vertilgt werden. Saar-Umweltminister Reinhold Jost (SPD ) spricht von einem Erfolg des "Schulobstprogramms", das das Saarland als erstes Bundesland einführte.

Doch die Kunde vom Erfolg, den Vorzügen der gesunden Ernährungsweise, verbreitete sich derart über das Land, dass die Nachfrage das Angebot nun weitaus übersteigt. 920 000 Euro geben Europäische Union (75 Prozent) und Saarland (25 Prozent) jährlich für Äpfel und Möhren aus. Denn, wie sagt Minister Jost: "Habitualisierungen im Kindesalter entwickeln sich zu Überzeugungen und Einstellungen im Jugend- und Erwachsenenalter."

Seit zwei Jahren sind auch Kitas und die fünften und sechsten Schuljahre als Obst- und Gemüseempfänger im Boot, im vergangenen Schuljahr 2015/16 waren es 360 Einrichtungen mit 32 730 Kindern, die allerdings nur noch einmal wöchentlich beliefert werden konnten, weil die öffentliche Hand trotz des Erfolgs den Mitteleinsatz nicht erhöht.

In diesem Schuljahr 2016/17 lässt das Umweltministerium durch einen St. Ingberter Fruchthandel nur noch 28 725 Kinder an 271 Einrichtungen in den Genuss der vitaminreichen Lebensmittel kommen, dafür aber wieder drei Mal wöchentlich. Wie die SZ aus Elternkreisen erfuhr, hatte es Kritik an der Einschränkung der Lieferung auf nur einen Wochentag gegeben. Josts Sprecherin Sabine Schorr sagte gestern, dass die nun teilnehmenden Bildungseinrichtungen nach klaren Kriterien ausgewählt worden seien: Einhaltung der Anmeldefrist, Vollständigkeit der Anmeldebögen und Vorhandensein "pädagogischer Begleitmaßnahmen". Der Rest guckt in die Röhre.