Wenig Optimismus in der Krise

Die Anfangseuphorie ist verflogen, der Oberligist 1. FC Saarbrücken II steckt in der Krise. Der Drittletzte der Tabelle empfängt am Sonntag die SpVgg Wirges. Eine große Kampfansage vor dem Spiel bleibt aus.

Seit acht Spielen wartet die U 23 des 1. FC Saarbrücken nun schon auf einen Sieg. In der Tabelle der Fußball-Oberliga sind die Malstatter mittlerweile auf den drittletzten Platz abgerutscht. Kein anderer Saarverein steht schlechter. Am Sonntag um 15 Uhr kommt der Tabellenzehnte SpVgg Wirges auf den Kunstrasenplatz am FC-Sportfeld.

"Wirges ist für mich kein direkter Konkurrent um den Klassenverbleib. Dennoch wäre es natürlich super, wenn wir etwas Zählbares mitnehmen könnten", sagt Saarbrückens Trainer Bernd Eichmann. Nach einer großen Kampfansage klingt die Aussage nicht. Dabei begann die Saison des FCS sehr gut, vielleicht zu gut. Aus den ersten drei Spielen holte die U 23 sieben Punkte und lag zwischenzeitlich sogar an der Tabellenspitze. Eichmann warnte damals, sich vom guten Start nicht blenden zu lassen. Er sollte Recht behalten.

Die Anfangseuphorie ist lange verschwunden, die Mannschaft wirkt verkrampft und steckt in der Krise. Der Kader ist zwar breiter aufgestellt als in der vergangenen Saison, doch die Qualität hat sich offenbar nicht verbessert. Viele A-Jugendspieler wurden in die U 23 hochgezogen. Sie haben noch Probleme, sich an die härtere Spielart in der Oberliga zu gewöhnen. Gerade in einer solch schwierigen Phase würden der Elf von Eichmann gestandene Oberliga-Spieler weiterhelfen. Doch davon findet man in der Mannschaft nicht viele. Kapitän Julian Fricker, Roman Hanschitz und Martin Forkel sind die einzigen. Hanschitz fällt allerdings seit längerer Zeit aus, Forkel ist aufgrund seiner U 16-Trainer-Tätigkeit nicht in jedem Spiel dabei.

Ein Grund für die Kaderzusammensetzung sind sicherlich die limitierten finanziellen Mittel. Andere Oberliga-Vereine geben deutlich mehr Geld aus und locken somit die guten Spieler weg. Bis vor einem Jahr konnte der FCS auswärtige Spieler immer noch mit den professionellen Trainingsbedingungen und der Stadion-Atmosphäre im FC-Sportfeld locken. Doch auch diese Trumpfkarte kann Eichmann nicht mehr ziehen. Die U 23 trainiert und spielt mittlerweile auf dem Kunstrasen-Sportplatz neben dem FC-Sportfeld, ohne Flutlicht und Sprechanlage, ohne Tribüne. Daher kann man den FCS-Trainer nur zu gut verstehen, wenn er vor dem Spiel gegen Wirges keinen allzu großen Optimismus verbreitet.