Weg vom Einzelbild

Dieter Walter und Gilbert Schmidt zeigen in Merchweiler Fotografien „in Serie“: Die ausgestellten Bilder verbindet jeweils ein durchgehendes Konzept.

"Weg vom Einzelbild, hin zu gesamtheitlichen Konzeptstrecken", erklärte Dieter Walter den Titel "Serielle Werke", unter dem er zusammen mit Gilbert Schmidt im Rathaus Merchweiler Fotografien ausstellt. Von ersterem ist unter anderem eine Reihe von floralen Objekten zu sehen, die durch Zurücknahme ihrer Färbung in die zarten beige-braunen Erdtöne des Hintergrundes einzutauchen scheinen. Jeweils ein Element - auf einem Bild eine Tulpe, auf dem nächsten ein halb zusammengerolltes Blatt oder eine Amaryllis - bricht aus der Farbmonotonie aus und nimmt wieder sein natürliches Grün, Rot oder Weiß an. Insgesamt ist bei den Fotografien Walters, bei dem Schwarz-Weiß üblicherweise besonderen Stellenwert einnimmt, relativ viel Farbe im Spiel.

Für Schwarz-Weiß hat auch Gilbert Schmidt eine Vorliebe. In seiner Serie von Detailaufnahmen eines ausgetrockneten Schlammbodens kommt so das kontraststarke Licht- und Schattenspiel der schroffen Risse und scharfen Kanten besonders zur Geltung. "Das Hervorheben der Struktur sehe ich als Herausforderung."

Schmidt und Walter sind seit Jahrzehnten in der nationalen und internationalen Fotografieszene aktiv. Schmidt wurde von der Fédération Internationale de l'Art Photographique (Fiap) der Titel Excellence de Fiap, Walter der Titel Maître de Fiap verliehen. Beide sind in Merchweiler durch Teilnahme an Ausstellungen und Wettbewerben keine Unbekannten, wie die Kulturbeauftragte Ulrike Sutter bei der gut besuchten Vernissage am Samstagabend betonte. Auch Bürgermeister Walter Dietz freute sich, die Künstler im Rathaus begrüßen zu können: "Ich bin richtig stolz, dass solche Könner hier ihre Fotos zeigen."

Die vielleicht außergewöhnlichsten Werke der Ausstellung sind Walters Rauchbilder: transparente Rauchverwirbelungen in zarten, leuchtenden Farben. Hierzu wurden Aufnahmen von Rauchkegeln invertiert, das heißt die Farbwerte umgedreht, und mit Farbmasken überlegt. "Die zweidimensionale Wirkung, die Loslösung vom üblichen Vorder-, Mittel- und Hintergrundschema der Fotografie reizt mich."

Außerdem zeigt er eine Serie von Doppelbildern mit inhaltlichen Bezügen. Von Schmidt ist eine Serie von Aufnahmen von Steinformationen zu sehen, die Ruhe und Weite ausstrahlen, außerdem Fotos von Holzriegeln und von der Fellenbergmühle in Merzig, zu der er ein persönliches Verhältnis hat. "Als Lehrjunge bin ich oft dort gewesen, um Teile für Maschinen oder ähnliches zu besorgen." Auch erinnert er sich an den alten Mann, der mit einem Blick über den Rand seiner Brille die Bestellungen des Jungen aufgenommen hat. Auf den Fotografien wirken die Arbeitsplätze wie gerade erst verlassen. Hier ist der Stuhl noch wie nach dem Aufstehen gedreht, dort hängt noch ein Arbeitskittel. Bei allen Fotos dieser Serie ist Schmidt wichtig: "Das Detail. Der Ausschnitt und seine Strukturen erzeugen Spannung."

Die Ausstellung kann noch bis Freitag, 6. Juni, montags bis freitags, zwischen 8 und 16 Uhr, besucht werden.