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Wasser marsch bei brütender Hitze

Sascha Schorn (links) und Elisabeth Grossek aus Güdingen löschen auf dem Halberg. Foto: Andreas Lang
Sascha Schorn (links) und Elisabeth Grossek aus Güdingen löschen auf dem Halberg. Foto: Andreas Lang FOTO: Andreas Lang
Saarbrücken. Bei Rekordtemperaturen übten die angehenden Feuerwehrfrauen und Feuerwehrmänner der Löschbezirke Scheidt, Brebach, Güdingen, Fechingen und Ensheim am Samstag auf dem Gelände des Saarländischen Rundfunks. Andreas Lang

Auf das Martinshorn müssen sie auf den letzten Metern verzichten. Blaulicht, aber kein Tatütata, begleitet die Jugendfeuerwehrleute des Löschabschnittes Ost der Freiwilligen Feuerwehr Saarbrücken auf dem spannenden Weg zu ihrer Jahreshauptübung auf den Halberg. Der Saarländische Rundfunk hatte erlaubt, dass die angehenden Lebensretter an einem der Gebäude ihr Können im Feuerwehrhandwerk demonstrieren können. Doch die lauten Martinshörner der anrückenden Einsatzfahrzeuge aus den Löschbezirken Brebach, Scheidt, Güdingen, Fechingen und Ensheim hätten den Sendebetrieb stören können. Die tönen aber auch im Realeinsatz nur dann, wenn es notwendig ist.


Was da im Gebäude, in dem unter anderen der Werbefunk Saar einquartiert ist, passiert sein soll, steht in der Übungsbeschreibung, die Brebachs Löschbezirksführer Günther Holzer ausgearbeitet hat. "Im Bereich des ersten Untergeschosses hat sich nach Klebearbeiten beim Verlegen eines neuen Fußbodens eine Verpuffung mit Folgebrand ereignet", steht dort. Die Stichflamme hat zudem dafür gesorgt, dass sich das Feuer auch auf das anliegende Waldgelände ausgebreitet hat, zwei Personen sollen sich verletzt haben. Weiter gilt es eine Gasflasche in der Nähe des Gebäudes zu erkennen, die explodieren könnte.

Vor Ort nehmen die Jungfeuerwehrleute aber erst einmal das Tempo raus, der enormen Sommerhitze wegen. Bei Rekordtemperaturen wie am Samstag zählt es vorrangig, die Befehle richtig umzusetzen und die rechten Handgriffe gekonnt anzusetzen.

Dennoch suchen die Jugendfeuerwehrleute zügig den Weg zu den nächsten Hydranten. Denn sie wissen: Das in den Löschfahrzeugen mitgeführte Löschwasser ist bald aufgebraucht, dann muss Nachschub her. Eigentlich steht auf dem Halberg dafür auch ein Löschwasserbecken mit 350 Kubikmeter Fassungsvermögen parat. Das darf aber nicht benutzt werden, wie Holzer informiert.

Bald sprühen die Löschwasserfontainen aus den Strahlrohren - und wenn ein paar Spritzer nicht genau die angeblichen Brandherde treffen, sondern bei den Kameraden landen, schaut Löschabschnittsführer Willi Hartz an diesem Tag nicht so genau hin: "Wenn sie sich heute ein kleines bisschen gegenseitig nass machen, ist das bei einer solchen Hitze kein Problem." Und so heißt es bald "Feuer aus!" Jetzt geht es gemeinsam ins Brebacher Feuerwehrgerätehaus, wo es kühle Limo und heiße Rostwurst gibt.