Was tun Künstler für Geld?

Ein paar Monate lang haben Künstler ein leeres Haus in der Mainzer Straße belebt. Nun steht die letzte Ausstellung und die letzte Partynacht an. Das Hellwighaus wird saniert.

Als Künstler ist man oft mit der Frage konfrontiert: Wie weit passe ich mich dem Kunstmarkt an? Geht es mir um Profit oder mehr darum, meine eigenen Ideen und Gedanken umzusetzen? Wie kann ich meine Miete und mein tägliches Essen bezahlen?

Die letzte Ausstellung im Hellwighaus vom 1. bis 7. Mai widmet sich diesen Fragen unter dem Motto "What artists do for money?". Angelehnt haben die Organisatoren Constantin Felker, Jakob Buraczewski und Anna Kautenburger den Titel an das diesjährige Motto der Manifesta 11 in Zürich ("What people do for money").

Sie alle wurden als Studenten oder Absolventen der Hochschule der Bildenden Künste schon vor Fragen gestellt, die ihre Kunst beeinflussen sollten. "Ein Professor meinte, ich solle meine Bilder unbedingt gerahmt aufhängen", erzählt Anna Kautenburger, die vor fünf Jahren ihr Studium beendete. Sie ließ sich damals nicht reinreden. Lieber lebt sie ein selbstbestimmtes Leben ohne Luxus. In ihrer Performance "Der Kopf muss frei bleiben" macht sie dies zum Thema.

Auch wenn man in einer Galerie ausstellen will, kann es sein, dass man vor solche Probleme gestellt wird. Der Galerist bekommt einen großen Teil des Gewinns, im schlimmsten Fall erwartet er, dass der Künstler gewissen Trends folgt. Vor wenigen Wochen hat es im Hellwighaus einen Flohmarkt gegeben. Ganz ohne Kunstbezug, ausschließlich, um das Haus bekannter zu machen. Es waren mehr Besucher denn je da. Eine Art Anpassung von Seiten des Hauses?

Die drei Ausstellungsmacher haben kein einfaches Thema vorgegeben. Trotzdem haben sich 14 Künstler etwas dazu einfallen lassen - ob Performance, Videokunst , Musik, Malerei oder Installation: die Ausstellung im Hellwighaus ist wieder vielseitig. Zur Vernissage am Samstag legt ein DJ auf, wie so oft auf den mittlerweile bekannten Hellwighaus- Partys.

Es wird das letzte Mal sein, dass die vielen Räume des dreistöckigen Altbaus mit künstlerischem Leben gefüllt werden. Die Zwischennutzung läuft aus. Lange stand das Haus in der Mainzer Straße leer, bevor die beiden Kunst-Studenten Constantin Felker und Timo Poeppel es als Atelier- und Veranstaltungsraum nutzten. Nun soll es saniert werden, ab Anfang Mai können voraussichtlich keine Veranstaltungen mehr stattfinden, nur die Ateliers behalten die drei Organisatoren vorerst. "Wir lassen uns irgendwann rausschmeißen", meint Felker, der viel Zeit und Energie in das Projekt gesteckt hat. Entmutigen lassen sie sich nicht. Sie sind schon auf der Suche nach einem neuen Gebäude. Die Vorgaben: mehrere Zimmer für Ateliers, ein zentraler Ort, trotzdem die Möglichkeit, abends Veranstaltungen zu machen, ohne Anwohner zu stören, und das alles gegen Nebenkosten.

Vernissage am Samstag, 19 Uhr, im Hellwighaus der Künste, Mainzer Straße 119. Geöffnet bis 7. Mai, täglich 14 bis 19 Uhr. Mehr Infos unter E-Mail hellwighaus@gmail.com oder auf der Facebookseite.