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Was die Abgeordneten des saarländischen Landtags zum Lachen bringt

Was die Abgeordneten des saarländischen Landtags zum Lachen bringt

Landtagsdebatten sind meist bierernst, aber manchmal wird auch gelacht – bei mehr oder weniger gelungenen Witzen, Versprechern oder ungewollter Komik. SZ-Redakteur Daniel Kirch hat Hunderte Seiten Plenarprotokolle der Jahre 2015 und 2016 durchforstet und eine Auswahl des parlamentarischen Humors zusammengestellt.

Landtagspräsident Klaus Meiser (CDU ), 5. Oktober 2016: Wegen der gleichzeitig stattfindenden Kultusministerkonferenz wird uns Minister Ulrich Commerçon schon bald verlassen. ("Oh"-Rufe aus den Oppositionsfraktionen.) Mein Eindruck ist, das war kein ehrliches Bedauern.

Eugen Roth (SPD ), 5. Oktober 2016, in einer Diskussion über die Bund-Länder-Finanzbeziehungen: Ich habe gerade durchaus mit Freude gesehen, dass die Ministerpräsidentin hereingekommen ist, sie sieht auch gut aus. Daraus kann man Schlüsse ziehen, vielleicht mit meiner Oberflächenpsychologie - Entschuldigung -, dass die Gespräche nicht ganz schlecht gelaufen sind.

Michael Hilberer (Piraten), 5. Oktober 2016: Diese wunderschöne Bundesrepublik (…) ist auf einem ökonomischen Kamikaze-Trip. Da braucht man sich ja nichts vorzumachen. (Zuruf aus der CDU ) Der Rufer im Walde! Wir sprechen uns in zehn oder zwanzig Jahren noch einmal.

Günter Becker (CDU ): Du hast zu lange im See gebadet!

Jasmin Freigang (Piraten), 5. Oktober 2016, fordert ein Ende des Mindesthaltbarkeitsdatums von unverderblichen Lebensmitteln: Nudeln, Zucker, Salz, Kaffee - das sind alles Lebensmittel, die in der Regel nicht verderben. Ich sage deshalb "in der Regel", weil bestimmt schon mal jemandem eine Nudel schlecht geworden ist.

Roland Theis (CDU ), 5. Oktober 2016, zum Schulobstprogramm: Unterhalten Sie sich einmal mit Gemüsebauern, die diese Gemüsekisten verkaufen. Die bekommen regelmäßig das Zeug zurück, mit dem keiner mehr etwas anfangen kann. Rote Beete, Hand aufs Herz, wer kann daraus noch einen schönen Salat machen?

Reinhold Jost (SPD ), 5. Oktober 2016: Wir haben auch mal Lebensmittel gegessen, die vermeintlich abgelaufen waren und wo es sich herausstellte, dass es gar nicht so war. Ich sage hier ganz deutlich: Man sollte nicht zu sehr nach dem Aussehen gehen. Das gilt bei den Lebensmitteln wie bei vielen anderen Dingen im Leben auch.

Michael Hilberer (Piraten), 15. Juni 2016, über die Vermarktung regionaler Produkte: Zumindest mir geht es so, dass ich regionale Produkte durchaus bevorzuge. Beispielsweise esse ich mein Maggi lieber mit regionalen Eiern als mit Eiern, die von irgendwoher aus dem Bundesgebiet kommen.

Landtagspräsident Klaus Meiser (CDU ), 18. Mai 2016: Frau Abgeordnete Petra Fretter, ich verpflichte Sie hiermit auf die gewissenhafte Ausübung der sich aus Ihrem Mandat ergebenden Pflichten. Herzlichen Glückwunsch. Frau Kollegin, nach der Sitzung ist Gelegenheit, sich hier positiv einzuführen.

Oskar Lafontaine (Linke), 16. März 2016, in einer Debatte über das AKW Cattenom: Ich selbst habe schon als Oberbürgermeister Anfang der 80er Jahre Gespräche geführt, etwa mit dem damaligen Premierminister Pierre Mauroy , der mir aber erklärte, dass die Franzosen Strom für den Tannenbaum brauchen.

Hans Peter Kurtz (SPD ), 24. Februar 2016: Meine Zeit ist leider zu Ende. Ich sehe es euch an: Ihr hättet mir noch gerne zugehört.

Volker Schmidt (SPD ), 23. September 2015: Wenn Sie nicht zuhören wollen, können Sie auch nichts lernen.

Klaus Kessler (Grüne, ehemaliger Studiendirektor): Oh, das ist aber ein alter Lehrerspruch!

Schmidt: Manche Lehrersprüche stimmen ja auch, Herr Kessler!

Andreas Augustin (Piraten), 15. Juli 2015: Frau Huonker, Sie würden sich wundern, welche Daten Sie der Post abkaufen können. Das geht nicht in der nächstbesten Filiale, aber wenn Sie sich einmal an die Zentrale wenden, dann können Sie Listen anfordern, beispielsweise: "Ich hätte gerne linksgerichtete Singles aus Riegelsberg".

Birgit Huonker (Linke): Ich bin aber verheiratet.

Ruth Meyer (CDU ), 20. Mai 2015, zu Altersgrenzen für Bürgermeister: Vielleicht wäre Herr Lafontaine gerne noch einmal Oberbürgermeister von Saarbrücken.

Oskar Lafontaine (Linke): Ortsvorsteher von Silwingen.

Meyer: Das ist notiert. Er ist schon über 70. Da stellt die Altersgrenze gar kein Problem dar. Viel Glück bei der Bewerbung. Sie wären auch dieser Aufgabe mit Sicherheit noch gewachsen.

Linken-Fraktionschef Oskar Lafontaine wäre gerne Ortsvorsteher von Silwingen. Selbst die CDU traut ihm diesen Job zu. Foto: dpa Foto: dpa

Reinhold Jost (SPD ), 21. Januar 2015, nachdem er zu spät zu seiner Rede gekommen ist und dafür eine Abmahnung kassiert hat: Ich bitte um Verständnis und nehme diese Rüge gerne entgegen, weil sie zum einen berechtigt ist, zum anderen aber auch dem natürlichen Bedürfnis und anderen Umständen geschuldet ist, auf die ich jetzt hier nicht näher eingehen will.