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„Warum drum herum reden?“

Maike Herrmann (Mitte) gehört zu den stärksten Angreiferinnen des TV Holz. Foto: Wieck
Maike Herrmann (Mitte) gehört zu den stärksten Angreiferinnen des TV Holz. Foto: Wieck FOTO: Wieck
Holz. Die Volleyballerinnen des TV Holz fühlen sich auf Platz zwei in der 3. Liga wohl – Spielerin Maike Herrmann nimmt sogar das Wort „Meisterschaft“ in den Mund. An diesem Samstag muss Holz erst einmal im Heimspiel gegen Tübingen bestehen. Von SZ-MitarbeiterFredy Dittgen

Für die Prowin Volleys TV Holz rückt das Ziel 2. Bundesliga immer näher: Noch fünf Spiele müssen die Volleyballerinnen in der 3. Liga Süd absolvieren, drei davon zu Hause. Wenn Holz die Heimspiele gewinnt, wäre Relegationsplatz zwei so gut wie sicher. "Wenn wir dann noch auswärts punkten, können wir sogar noch Meister werden", sagt Diagonalspielerin Maike Herrmann. Sie ist die Erste, die das Wort Meisterschaft in den Mund nimmt. An diesem Samstag, 19.30 Uhr, trifft sie mit den Volleys in der Realschulhalle Heusweiler auf den Förderverein Tübinger Modell.

"Warum soll man drum herum reden? Wir wissen um die Situation, erst recht jetzt, wo Spitzenreiter Sinsheim überraschend in Villingen verloren hat. Wir haben uns schon vor der Rückrunde mit dem Thema Meisterschaft beschäftigt, als wir merkten, dass unsere Mannschaft funktioniert", sagt die 23-jährige Physiotherapeutin aus Tholey. Herrmann hat in Düppenweiler mit Volleyball begonnen. "Ich hab dort die komplette Jugend durchlaufen und spielte mit 16 erstmals in der ersten Mannschaft, damals in der Regionalliga." Es folgten vier Jahre beim TBS Saarbrücken, mit dem sie in die 2. Liga aufstieg.

Nach dem letztjährigen Abstieg des TBS aus der 3. Liga nahm der damalige Holzer Trainer Bernd Zewe Kontakt zu Maike Herrmann auf und sprach sie auf einen Wechsel an. "Ich hab vier schöne Jahre beim TBS verbracht, aber jetzt hatte ich das Gefühl, etwas Neues machen zu müssen und sagte zu", erzählt sie. Mit Herrmann kamen Tina Alles, Lisa Riedel und Jessica Krick vom TBS nach Holz - mehr als die halbe Mannschaft des Absteigers also. Wieso läuft es bei den Vier jetzt in Holz so gut, was ist anders? "Im letzten Jahr beim TBS war der Wurm drin, in entscheidenden Phasen haben wir die Konzentration verloren und es nicht mehr geschafft, uns aufzuraffen. In Holz hat die ganze Mannschaft gleich gut gespielt, das setzte positive Energien frei, auf einmal lief es bei uns", sagt Herrmann. Positiv ist auch, das die Ex-Saarbrückerinnen die 3. Liga und die meisten Mannschaften kennen: "Wir können Infos liefern, was Spielformen und taktische Ausrichtungen der Gegner betrifft. Es ist ganz gut, wenn man so was weiß."

Zurück zum Thema Meisterschaft: Hat Maike Herrmann keine Angst, dass Holz doch dieses Ziel verfehlen könnte und sie sich zu weit aus dem Fenster gelehnt hat? "Wir schauen natürlich von Spiel zu Spiel, aber es ist wichtig, sich Ziele zu setzen." Um dieses Ziel zu erreichen, muss am Samstag Tübingen besiegt werden. Der Papierform nach eine leichte Aufgabe, denn Tübingen ist Letzter. Doch Maike Herrmann verweist auf die jüngste 2:3-Niederlage des SV Sinsheim beim Vorletzten TV Villingen: "Man kann nicht in ein Spiel gehen und sagen, das haben wir schon gewonnen. Die Sinsheimer Niederlage muss uns Warnung sein. Deshalb unterschätzen wir Tübingen nicht, müssen aufmerksam sein und Vollgas geben." Das Hinspiel hat Holz glatt mit 3:0 gewonnen. "Tübingen ist sehr abwehrstark, macht am Netz aber wenig Punkte. Das unterscheidet die Spitzenmannschaften der Liga von den anderen: Die Spitzenteams haben vorne mehr Spielerinnen, die Punkte holen." So wie Maike Herrmann, die neben Steffi Höwer die erfolgreichste Angreiferin des TV Holz ist.