Warum die Stadt noch ein Parkhaus will

Die Saarbrücker Parkhäuser und – plätze nehmen 8500 Autos auf und sind lediglich zu 60 Prozent ausgelastet. Rentiert sich da noch ein Parkhaus bei Saartoto? Ja, sagen SPD und Oberbürgermeisterin Britz.

Der Parkplatz von Saartoto in Saarbrücken , zwischen Saaruferstraße und Gutenbergstraße gelegen, fasst 230 Fahrzeuge und gehört zu den am besten ausgelasteten in der City, auch wegen der relativ günstigen Preise. Eigentlich, so findet der SPD-Fraktionschef im Stadtrat Peter Bauer, ist dieses Areal in Alt-Saarbrücken viel zu schade, um nur eine Lage Autos abzustellen: "Diese wertvolle Fläche ruft danach, intelligenter genutzt zu werden, man müsste die Fahrzeuge hier stapeln können", also ein Parkhaus bauen. Bei der Freigabe der renovierten Eisenbahnstraße stimmte Oberbürgermeisterin Charlotte Britz (SPD ) diesem Vorschlag zu - und beförderte aufs neue die Diskussion, wie viele Parkflächen Saarbrücken (noch) braucht.

Die Extrempole der Meinungen lauten: Verkehrsteilnehmer vom Land, die freies Parken vor jedem Haus gewohnt sind, empfinden die Parkplatzsuche in Saarbrücken als mühselig und die Preise zu hoch. Wer sich in Großstädten wie Straßburg oder auch in Trier auskennt, wird die Bedingungen und Gebühren in der Landeshauptstadt dagegen als angenehm schätzen.

Fragt man Geschäftsleute, so können diese im Grundsatz natürlich "nie genug" Parkplätze für Kunden und Mitarbeiter kriegen. Max Schoenberg, Vorsitzender des Vereins für Handel und Gewerbe, kommt für Saarbrücken aber zu einem wohlwollenden Urteil: Man sei mit Parkplätzen "gut versorgt", die Preise, die mit der Nähe zum Zentrum und mit dem gebotenen Komfort tendenziell steigen, sind nach seinem Urteil "ganz normal und marktgerecht".

Nach Mitteilung der Stadtverwaltung gibt es in der Innenstadt 6700 öffentliche Parkplätze an der Straße, davon sind 3150 den Bewohnern vorbehalten. 2100 sind Kurzzeitplätze, 1200 sind frei. Die Auslastung all dieser Parkplätze liegt im Schnitt bei etwa 85 Prozent. Auf Parkplätzen und in Parkhäusern bieten vor allem private Anbieter (Q-Park, aber auch die Europa-Galerie, Karstadt und Kaufhof) insgesamt 8500 Stellflächen an. Weder "Parkplatz-Hirsch" Q-Park noch die Stadt teilen die Auslastung der einzelnen Häuser mit. Wie jeder selbst beobachten kann, sind etliche Objekte - Congresshalle, Talstraße, Eurobahnhof - sehr schwach belegt. Insgesamt, so Pressesprecher Thomas Blug, liege die durchschnittliche Auslastung bei 60 Prozent. Reicht das als Argument für ein weiteres Parkhaus bei Saartoto? Ja, heißt es aus dem Rathaus, denn dann könnten die Parkplätze im öffentlichen Raum besser von Kurzparkern und Einkäufern genutzt werden und würden nicht mehr von Dauerparkern belegt. Attraktive Parkmöglichkeiten am Rand der Innenstadt würden aber auch für die Geschäfte in der Eisenbahnstraße mehr Passanten bringen. Gleichzeitig würden die Belastungen für Parkplatzsuchende reduziert. Fehlt also nur noch einer, der das Parkhaus bei Saartoto auch baut und betreibt.