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Warndtkater mit neun Elfer-Katzen

Zunächst leicht aufgeregt, aber dann schon fast so wie alte Hasen: das Kinderprinzenpaar Kimberly und Samuel. Foto: Becker&Bredel
Zunächst leicht aufgeregt, aber dann schon fast so wie alte Hasen: das Kinderprinzenpaar Kimberly und Samuel. Foto: Becker&Bredel FOTO: Becker&Bredel
Dorf im Warndt. Ausverkauft war sie, die Damensitzung der Warndtkater am Fetten Donnerstag. Und sich früh die Karte zu sichern, hatte sich gelohnt. Wer es nicht mehr schaffte, musste auf jede Menge Geglitzer und gut aufgelegte Fastnachtsakteure verzichten. Von SZ-MitarbeiterinBeatrix Hoffmann

Die Warndtkatern feiern Fastnacht einen Kick anders. Die Damensitzung am Fetten Donnerstag hat sich zur feschen Mischung mit neun Frauen als Elferrat und zwei Männern am Mikro gemausert. Aus der klassischen Veranstaltung ist eine rasante Revue mit Alle-Hopp, Showtanz, Büttenklamauk und drei Tenören auf der Bühne geworden.

Getreu dem Motto: Wir machen alles etwas anders, setzten die Kater zum 50-jährigen Bestehen des Vereins noch eins drauf. Sie motzten die Galasitzung zur Jubiläumsfeier mit pyrotechnischem Goldregen auf, bestreuten wie bei einem runden Geburtstag die Tische mit schillernden Jahreszahlen, umkränzten die Gläser mit Luftschlangen in Silber und legten langstielige Rosen dazu. Olala, kein Wunder, dass die 240 nummerierten Sitzplätze innerhalb von acht Tagen im Vorverkauf wegwaren.

Bierernst ist das alles nicht, sondern Gaudi. Die Vereinsdamen tragen Dirndl mit Mieder und Dekolleté, die Mannsbilder kommen in Krachleder, Kniebund und Edelweiß-Stickerei am Hemd. Dem Vorsitzenden im Tirolerlook schwirrt der Kopf. Von allen Seiten prasselt es auf ihn ein: "Wo sind die Nummern für die Mäntel an der Garderobe?", "Ist nicht vielleicht doch noch ein Sitzplatz frei?", "Die Getränkekisten sind gemischt, was nun?" Der Vorsitzende nimmt es locker, schließlich ist Dirk Marmann als Frühstückschef in einem Nobelhotel auch im wahren Leben mit organisatorischen Fragen betraut.

Auch der kleine Prinz Samuel I (elf) bleibt cool. Prinzessin Kimberly I (zehn) bibbert ein bisschen. So viele Leute, das macht schon etwas Angst, sagt Kimberly. Aber wenn man auf der Bühne stehen würde, wäre die Angst weg. Fix führt sie pantomimisch vor, wie sie die Rede auswendig gelernt hat: Text lesen, Augen zu, im Kopf wiederholen. Kimberly aus Petite Rosselle parliert perfekt zweisprachig, Ihre Oma Christiane Henry sitzt im Elferrat. Im nächsten Jahr will Kimberly in der Garde mittanzen, "weil sie so schön aussehen".

Die Juniorengarde trägt Kostüme in Weiß mit Pink und Pailletten. Die Trainerinnen Hannah Kuhn und Charleen Kunzer hantieren mit Haarnadeln und Lippenstiften und rufen zur Nagellackkontrolle.

Im Saal sitzen wildgewordene Kühe, Chinesen, Piraten, die Magierin mit lila Zauberhut, der Bürgermeister mit frisch gekürzter Krawatte und ein Engel mit Heiligenschein. Der Herold von Doll Doll ist da nebst Prinz und Hofnarr sowie allerlei andere Tollitäten und Narren aus der Umgebung. "Alle-Hopp und Aufstehn für das Prinzenpaar", ruft da auch schon der Zeremonienmeister, und Prinzessin Kimberly verkündet: "Genug geschwätzt. Gefeiert wird jetzt."



Zum Thema:

Auf einen Blick Mitwirkende: Kinderprinzenpaar Samuel und Kimberly, Tanzmäuse aus Fürstenhausen, Bämblsänger Frank Schmidt, Garde Dorf im Warndt, Tanzgruppe Steppin' Sisters im Abbastil, Joachim Moser aus Spiesen als Läädisch, Die Strandjungs mit Dirk Marmann als Sänger, Steven Hahn am Schlagzeug und Michael Krewer am Klavier, Männerballett Hampitania, Picada Frösch, Gruppe Fantasy, Guggemool-Musiker, die Buwe aus Saarbrücken, Drei Tenöre Joachim Moser, Roland Fleckinger und Michael Becker, Moderation Dirk Marmann und Marco Flick. hof