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Wann ein Linkspolitiker Fahnenschwenker in Schutz nimmt

Saarbrücken. "Warum uns euer Fahnengeschwenke ankotzt!", heißt es im Positionspapier des Verbandes "Linksjugend Solid" in Bezug auf die Fußball EM (die SZ berichtete). Die Basisorganisation (BO) Stadt Saarbrücken der Partei Die Linke kommentiert den Vorstoß so: "Es ist Vorrecht und Privileg der Jugend, über das Ziel hinauszuschießen, überzogene, ja auch unverständliche Äußerungen von sich zu geben. Die Aussage im Positionspapier der Linksjugend ist nur da richtig, wo gefordert wird, nationalistischen Tendenzen entschlossen entgegenzutreten. Erfahrungen aus unserer eigenen Geschichte und der gesunde Menschenverstand verpflichten uns dazu", sagt der Sprecher der BO in Saarbrücken , Peter Buwen. Allerdings sei der Aufhänger, sportliche Großereignisse wie die Fußball-EM, falsch gewählt. Die allermeisten Fans schwenkten ihre Fahnen nicht aus Nationalismus , sondern um ihre Mannschaft zu unterstützen. red

Das Schwenken von Schwarz-Rot-Gold bei der Fußball-EM sei vergleichbar mit dem Schwenken der blauschwarzen Vereinsfahne bei Spielen des 1. FC Saarbrücken . Es ist nach Auffassung der BO kein linker "Sündenfall", bei solchen Ereignissen die Deutschlandfahne zu schwenken. Und niemand müsse sich deshalb als "Nazi" diffamieren lassen. "Im Übrigen war die schwarz-rot-goldene Fahne in der Nazi-Zeit verboten, weil sie demokratische Werte symbolisierte."