Wanderoase Bohnental freut sich auf Gäste

Die Idee einer kostengünstigen Übernachtungsmöglichkeit im Bohnental entstand vergangenes Jahr. Nun wurde sie verwirklicht: Die Wanderoase Bohnental bietet einen geräumigen Schlafraum für zwölf Personen.

Die Hochbetten bieten Übernachtungsmöglichkeiten für bis zu zwölf Personen.

Wieder einmal haben die Bürger und Ortsvorsteher des Bohnentals in Eigeninitiative ein tolles Projekt in die Tat umgesetzt. Die Wanderoase Bohnental bietet seit vergangener Woche Wanderern, Pilgern und Urlaubern für 15 Euro pro Nacht eine kostengünstige Übernachtungsmöglichkeit.

Die Idee, dass dem Bohnental eine Herberge fehlt, in der eine größere Gruppe über Nacht untergebracht werden, kam der Arbeitsgruppe "Natur" im vergangenen Jahr. Mit ihrem Anliegen traten sie an den Bürgermeister der Gemeinde Tholey , Hermann Josef Schmidt, heran. Dieser stimmte den Plänen zu und lobte die arbeitsamen Bewohner des Bohnentals: "In den zehn Jahren der Integrierten Interkommunalen Dorfentwicklung Bohnental wurde sehr viel auf den Weg gebracht. Nachdem jetzt die Infrastruktur steht, können die weicheren Dinge angegangen werden."

Und die bestehen in diesem Fall aus einem geräumigen Schlafraum mit sechs Hochbetten. In der Mitte des Raumes befindet sich ein großer Schrank, in dem die Gäste problemlos ihr Gepäck unterbringen können und der gleichzeitig als Raumtrenner dient, sodass jeweils drei Betten auf jeder Seite des Schrankes stehen. Die warmen Rot- und Grüntöne bieten eine gemütliche und heimische Atmosphäre. Für die Gäste heißt es ankommen und entspannen, denn die Betten sind bereits bezogen. Shampoo, Seife und Handtücher liegen für die Gäste bereit, was zusätzlichen Ballast im Wanderrucksack erspart. Auch das komplett sanierte Bad und der Aufenthaltsraum sind Pluspunkte. Zusätzlich können die Gäste frei entscheiden, ob sie das Frühstück gegen einen Aufpreis von sieben Euro dazu buchen, oder sich selbst verpflegen wollen. Zwei Kühlschränke, ein Herd und die nötigen Küchenutensilien machen dies möglich. Auch wer überlegt, sich über die WM in der Wanderoase einzunisten, muss kein Spiel verpassen, denn es gibt dort sogar einen Flachbildfernseher.

Kaum vorstellbar, dass das tolle Interieur von nur Wenigen geschaffen wurde. Die Hauptinitiatoren und ehrenamtlichen Betreiber Aloisius Berwanger und Rudi Blug haben den Großteil ihrer Zeit seit Beginn der Umbauarbeiten im April 2009 auf der Baustelle verbracht. Circa 1000 Stunden freiwillige Arbeit und 35 000 Euro stecken in der Wanderoase.

Wasserleitungen verlegt

Probleme brachte vor allem die Installation der Duschen und WCs. "Es gab kein warmes Wasser in den Toiletten. Wir mussten dann den Boden aufmachen und der Estrich musste raus. Dann haben wir die Leitung gelegt und alles wieder zugemacht", erklärte Berwanger. Die anfallenden Arbeiten wurden komplett von dem Team aus 14 Bürgern aus den Gemeinden Tholey und Schmelz übernommen. Aloisius Berwanger, Rudi Blug, Meta Schug, Gretel Kirchen, Dietmar Lauck, Viktor Schug, Alois Johann, Helmut Busch, Alois Risch, Eugen Decker, Hans Josef Seiler und Renate Berwanger verwandelten einen Teil der alten Schule in die Wanderoase. Auch Paul Niehren und Alfred Klein lieferten als Elektriker viel Know-how und packten tatkräftig mit an. Dieses Engagement weiß Staatssekretär Roland Krämer vom Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz zu schätzen: "Das Ministerium unterstützt das Projekt finanziell, weil die Bürger selbst angepackt und eine tolle Gemeinschaft gezeigt haben. Es wurde etwas Neues, Nutzbares und Sinnvolles aus der alten Schule gemacht."

Die ersten Gäste aus ganz Deutschland haben die Wanderoase bereits genutzt. Nach dem Besuch einer Geburtstagsfeier beispielsweise, kamen Partygäste in der Wanderoase Bohnental unter. So ist sie nicht nur für Wanderfreunde und Pilger eine gute Übernachtungsmöglichkeit.

Buchungen bei Aloisius Berwanger Tel. (0 68 88) 55 08, E-Mail: alois.berwanger@web.de oder bei Rudi Blug, Telefon (0 68 88) 53 12.