Wald für die Grube Von der Heydt

Müll, Schrott und Altlasten schlummerten und schlummern in so manchen von Menschen aufgegebenen Gebieten. Im Burbach- und Netzbachtal hat die Naturlandstiftung Saar Flora und Fauna zurückkehren lassen.

Rund 80 Tonnen an Betonbrocken und Bauschutt schleppten die Frauen und Männer der Naturlandstiftung Saar 1994 aus dem Netzbachtal im Urwald vor den Toren der Stadt. Das Gelände des ehemaligen Pfadfinderzeltplatzes St. Georg wurde auf einer Fläche von knapp zwei Hektar komplett renaturiert.

"Auf dem Gelände war der Netzbach in den 60er und 70er Jahren mit vier Betonbrücken, drei massiven Betonschwellen und künstlichen Bachabstürzen sowie mit Wasch- und Toilettenanlage vollkommen naturfern ausgebaut worden", erklärt Stiftungsbiologe Axel Didion. Heute fließe der Netzbach wieder in einem natürlichen Bett.

Fischarten wie die Bachforelle und die europaweit geschützte Groppe sind zurückgekehrt. Libellen wie die Gestreifte Quelljungfer können sich dort wieder ungestört entwickeln, sagt Didion.

Ähnliches im Burbachtal bei Von der Heydt. Hier wurde etwa die alte Industriebrache der ehemaligen Grube auf rund drei Hektar renaturiert. Auf dem Gelände standen ebenfalls zahlreiche leerstehende Gebäude, die ihrerseits bereits durch Vandalismus beschädigt waren. "Das gesamte Gelände war mit Altlasten, Müll und Schrott stark belastet", sagt Didion. Die Gebäude wurden letztlich zurückgebaut, Ablagerungen und Aufschüttungen entfernt. Der gesamte Müll und Schrott wurde einer ordnungsgemäßen Entsorgung zugeführt.

Ein recht aufwendiges Verfahren, da Altlasten erst über entsprechende Analysen ermittelt und die Materialien entsprechend ihrer Belastung entsorgt wurden. "Zudem wurden bis auf wenige Restflächen alle Versiegelungen beseitigt", so Didion. Jetzt hofft die Naturlandstiftung darauf, dass sich nach einem Oberbodenauftrag an der Stelle wieder der Wald entfalten kann.

Zum Thema:

 Die alte Industriebrache der Grube Von der Heydt vor der Rekultivierung.
Die alte Industriebrache der Grube Von der Heydt vor der Rekultivierung.
 Das gesamte Gelände war durch Schrott, Müll und sonstigen Hinterlassenschaften stark belastet.
Das gesamte Gelände war durch Schrott, Müll und sonstigen Hinterlassenschaften stark belastet.

Hintergrund Vor 40 Jahren wurde die Naturlandstiftung Saar (NLS) gegründet. Sie ist die älteste Naturschutzstiftung in Deutschland. Ziel ist der Erhalt des saarländischen Naturerbes. Im Stiftungsrat sind Naturschützer, -Nutzer, wie der Bauernverband, das Umweltministerium der Landkreistag des Saarlands sowie mehrere Landesinstitutionen vertreten. Die Naturlandstiftung erwirbt ökologisch wertvolle Flächen, um die Lebensräume bedrohter Tiere und Pflanzen für nachfolgende Generationen zu sichern. Sie besitzt und betreut mittlerweile 108 Schutzgebiete. Zusammen mit der Tochtergesellschaft Naturland Ökoflächen-Management GmbH, die Maßnahmen des Umwelt- und Naturschutzes im Rahmen der Eingriffs-Ausgleichs-Regelung und des Ökokontos als Dienstleistung anbietet, hat sie über 1700 Hektar Fläche im Eigentum. dla