Vortrag über jungen Erich Honecker

Der Saarländer Erich Honecker hat die DDR maßgeblich geprägt. Aber war er schon immer ein glühender Kommunist gewesen und hatte er immer an dessen Sieg geglaubt? Mit dieser Frage beschäftigt sich der Historiker Martin Sabrow in seinem Buch über den jungen Honecker.

Erich Honeckers Lebensgeschichte war windungsreicher, als er es rückblickend selbst darstellte. So sieht es Martin Sabrow, Professor für Neueste Geschichte und Zeitgeschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin und Direktor des Zentrums für Zeithistorische Forschung (ZZF) in Potsdam. Er hat ein Buch mit dem Titel "Der junge Erich Honecker . Geschichte einer biographischen Ermächtigung" veröffentlicht, das er am Mittwoch, 26. Oktober, um 18 Uhr, während eines Vortrag im Rathausfestsaal vorstellen wird. Dazu laden die Kommission für Saarländische Landesgeschichte und das Historische Institut der Universität des Saarlandes .

"Erich Honecker glaubte seine Ich-Erzählung, in der er mit seiner ganzen Familie immer treu zur Roten Fahne gestanden und niemals den Glauben an den Sieg des Kommunismus verloren habe", erläutert Martin Sabrow. In seiner 1980 erschienenen Autobiographie "Aus meinem Leben" habe der Staatsratsvorsitzende der DDR der Welt sogar eine Wette auf die eigene Wahrhaftigkeit angeboten, die er sicher zu gewinnen glaubte.

In seinem Vortrag in Saarbrücken wird der Historiker die autobiographischen Strategien erörtern, mit denen Honecker sein Leben vor 1945 in den kommunistischen Herrschaftsdiskurs einpasste, ohne sich selbst zum Lügner zu stempeln. Er wird außerdem die Schutzmechanismen veranschaulichen, die der Parteiapparat entwickelte, um ihn dabei zu unterstützen und die Herrschaftslegitimation der SED-Führung zu sichern. Der Eintritt zum Vortrag ist frei. Das teilen die Veranstalter mit.