Vorträge kamen am besten an

Die Besucherinnen des Frauengesundheitstags zogen eine gemischte Bilanz. Die Vorträge, Workshops und das Programm im Festsaal wurden gut angenommen. Die medizinischen Untersuchungen fehlten einigen Gästen allerdings. Auch die gedrängten Infostände verwirrten.

Susanne Renk ist Yogalehrerin. Sie bot beim "Frauengesundheitstag 2015" am Samstag im Schloss einen einstündigen Workshop. "Es gibt viele Interpretationen von Yoga . Da ist es wichtig, dass jeder das findet, was für ihn am besten ist. Und hier ist Ausprobieren möglich", erklärte sie. 18 Frauen nahmen an der Schnupperstunde teil. Der "Frauengesundheitstag 2015" bot aber nicht nur Workshops zum Mitmachen wie Yoga , Rauchentwöhnungskurse oder Beckenbodentraining an, es wurde auch ein buntes Rahmenprogramm präsentiert.

Gänge mussten freibleiben

In den Konferenzräumen fand man etwas gedrängt Info-Stände der Selbsthilfegruppen, des Frauennotrufs oder des Gesundheitsamtes. Daneben gab es Schmuck, Körperpflegeprodukte oder Kunsthandwerk. Im Treppenhaus wurden Gemälde der Künstlerwerkstatt Warndt gezeigt und im oberen Geschoss waren ein Sehtest, eine Blutzucker-Messung oder Übungen unter Anleitung eines Fitness-Trainers möglich. Dazu fanden im Festsaal den ganzen Tag über Vorträge statt. Da ging es um Themen wie "Den Atem fließen lassen" oder "Schönheit beginnt im Herzen", aber auch um den "Gesunden Darm".

Viele Anwesende waren gerade wegen dieser Vorträge dort. Bea Pfaff, Lehrerin für Physiotherapie in Trier, kommt schon mehrere Jahre ins Schloss. "Es ist ein Forum, um interessierte Menschen zu treffen und um Neues über wichtige Themen zu erfahren", sagte sie. Auch die Besucherin Margit Schulz ist von den Angeboten angetan. "Ich war noch nicht oft hier, aber ich finde die Vorträge informativ". Dazu werde ein buntes Rahmenprogramm geboten. Gerade die Rahmenveranstaltungen und die in diesem Jahr fehlende medizinische Gerätediagnostik wurden aber auch bemängelt. Gudrun Mohr aus Saarbrücken wunderte sich darüber. "Es sind viel weniger Stände da als in den letzten Jahren", meinte sie. Und Beate Andres aus Kleinblittersdorf ist, genau wie ihre beiden Freundinnen, sogar etwas enttäuscht. "Es finden dieses Jahr gar keine medizinischen Untersuchungen statt", sagte sie.

Birgit Amrath-Schäfer, Frauenbeauftragte beim Regionalverband Saarbrücken und zuständig für den Frauengesundheitstag, erklärte: "Wegen der Brandschutzbestimmungen mussten wir Änderungen beim Aufbau vornehmen. Die Gänge müssen freibleiben, da dürfen keine Stände mehr stehen. Und die medizinische Gerätediagnostik ist nicht einfach zu organisieren. Denn das müssen Fachärzte betreuen, und es ist sicherer, das in einer Praxis zu machen".

Allerdings bedauerte auch die Organisatorin, dass die Info- und Verkaufsstände nicht mehr im Schloss verteilt sind. "Es nehmen zwar genauso viele Aussteller teil wie in den letzten Jahren auch. Aber die Stände sind kleiner, weil wir in die Räume ausweichen mussten. Das bunte Treiben im ganzen Schloss, die lockere Atmosphäre, das ist leider etwas verloren gegangen. Aber das Herzstück unserer Veranstaltung sind ja die Vorträge , das Programm im Festsaal." Und das war ja sehr gut besucht.