Vorsicht, Falle: Betrüger geben sich als Polizisten aus

Der Anrufer sagt, er sei Polizist und wolle den Gesprächspartner vor Schaden bewahren. Aber genau das Gegenteil ist der Fall. Wer dem Mann glaubt, hilft nicht der Polizei, sondern fällt auf einen Verbrecher herein.

Die Masche ist neu und so wirkungsvoll, dass die Polizei Alarm schlägt. Denn die Täter geben sich ausgerechnet als Polizisten aus, damit sie ihre kriminellen Ziele erreichen und Opfer um viel Geld bringen. Mit Überweisungen ins Ausland, um Spuren so gut wie möglich zu verwischen. Zur Erleichterung der Ermittler blieben die Verbrechen bei den jetzt im Saarland bekannt gewordenen zwei Fällen im Versuchsstadium hängen. Beide Male waren die Angerufenen misstrauisch und verständigten, wie es sich gehört, die echte Polizei .

Zu Fall eins, der die Hartnäckigkeit und Skrupellosigkeit der Täter beweist: Am 19. Oktober gab sich ein Mann fünfmal bei einer 78 Jahre alten Saarbrückerin am Telefon als Mitglied eines mobilen Einsatzkommandos aus.

Er sagte der Frau, auf sie habe es eine Bande aus Dieben und Betrügern abgesehen. Um die Täter schnappen zu können, solle die Frau Geld in die Türkei überweisen. Ähnlich erging es einer ebenfalls 78-Jährigen in Saarbrücken . Auch bei ihr gab sich ein Mann am Telefon als Polizist aus. Und auch sie sollte Geld in die Türkei überweisen, damit die Ermittlungen vorankommen.

Beide Frauen durchschauten die kriminelle Absicht des Anrufers und wandten sich an die echte Polizei . Und die weist nun auf die Masche hin. Nach ihren Erkenntnissen kommen die Anrufe von jungen Männern aus der Türkei. Das aber können die Angerufenen nicht ahnen.

Telefonnummern wirken echt

Denn die Verbrecher haben scheinbar an alles gedacht. Dank eines Techniktricks sieht der Angerufene auf seinem Apparat tatsächlich die Telefonnummer einer Behörde. Die hartnäckigen Betrüger rufen meist sogar mehrfach an und setzen, eiskalt Ängste nutzend, ihren Opfern so lange zu, bis sie den geforderten Betrag in die Türkei überweisen.

Die saarländische Polizei rät daher zur Vorsicht. Das Vorgehen der Betrüger habe mit richtigen Ermittlungsmethoden nichts zu tun. "Solche oder ähnliche Sachverhalte besprechen wir mit Bürgern niemals am Telefon", teilen die Ermittler mit. Und: "Ein richtiger Polizeibeamter wird Ihnen seinen Dienstausweis zeigen. Fragen Sie danach. Wenn Sie solche Anrufe erhalten, gehen Sie nicht auf das Verlangen der Anrufer ein. Überweisen Sie keinesfalls Beträge auf die angegebenen Konten, und seien sie noch so gering. Rufen Sie selbst die Polizei über den Notruf 110 an."