Vorbildliche Architektur für den Alltag

14 Projekte und weitere in die engere Auswahl gekommene Arbeiten für den von der Wüstenrot-Stiftung ausgelobten Gestaltungspreis zeigt eine Ausstellung im Haus der Architekten am Saarbrücker Neumarkt.

Der preisgekrönte Neubau der Aussegnungshalle in Ingelheim/Pfalz besticht durch klare Form. Fotos: Christian Köhler, Peter Strobel

Regelmäßig schickt die Wüstenrot-Stiftung die Ergebnisse ihre Wettbewerbe in Ausstellungen auf die Reise durch die Republik. Ebenso regelmäßig machen diese Ausstellungen in Saarbrücken in der Architektenkammer des Saarlandes, genauer in deren Akademie im Haus der Architekten am Saarbrücker Neumarkt Station. Nicht immer waren die dabei vorgestellten Objekte deckungsgleich mit den Herausforderungen der Architektur der Region. Doch die Ausstellungen setzen auch immer wieder Impulse. Aktuell sorgt dafür die dem von der Wüstenrot-Stiftung ausgelobten Gestaltungspreis "Baukultur in Deutschland - Von der Architekturqualität im Alltag zu den Ikonen der Baukunst" zugeordnete Ausstellung. Sie zeigt die ausgezeichneten 14 Projekte und weitere in die engere Wahl gekommene Arbeiten. Deren Botschaft lautet: Baukultur entsteht immer dann, wenn eine Bauaufgabe, egal ob Neu-, Um- oder Anbau, durchdacht ist. Das heißt, wenn ein Entwurf sich mit dem städtebaulichen Umfeld, der Geschichte eines Gebäudes, seiner Funktion beschäftigt und das Ganze in einer zeitgemäßen Architektursprache weiterentwickelt. Gerade die Alltagsarchitektur ist jedoch anfällig für das Umfeld ignorierende Standardlösungen. Dass es auch anders geht, zeigt die klare Form des Neubaus einer Aussegnungshalle im pfälzischen Ingelheim. Zeitgemäß und alles andere als überkandidelt, geht es auch bei der Erweiterung der auch unsere Region bestimmenden Siedlungshäuser zu, wie ein Beispiel aus Aachen zeigt. Wie man mit der Ortsmitte in einer Mittelstadt in Bayern verfährt, wie Hochhäuser und Studentenwohnheim in Berlin mehr Lebensqualität bringen, wie ein Kirchenraum durch Einbau den davon galoppierenden Heizkosten und dem Besucherschwund trotzt, auch das vermittelt die Ausstellung. Insbesondere illustrieren die Beispiele der Erweiterung von Industriearchitektur vergangener Tage, dass Baukultur aus dem Bezug des Neuen auf das Vorhandene entsteht. Sehenswert ist auch das Beispiel der "Schaustelle", einem aus Gerüststangen gefertigten temporären Open-Air-Kunstort in München. Auch davon geht ein Impuls für unsere Region aus, in der Provisorien bekanntlich Dauer haben. Auch deshalb sollte man sich ihnen mit Sorgfalt zuwenden.

Ausstellung bis 29. Mai. Geöffnet: Montag bis Donnerstag von 8.30 bis 16.30 Uhr. Freitag von 8.30 bis 14.30 Uhr. Es wird um Voranmeldung gebeten unter Tel. (06 81) 95 44 10. Katalog zur kostenfreien Mitnahme.