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Von Riverdance bis Schuhplattler

Tanzmariechen Viktoria Keller aus Merchweiler bei ihrem Auftritt am Samstag in der Allenfeldhalle. Foto: Andreas Engel
Tanzmariechen Viktoria Keller aus Merchweiler bei ihrem Auftritt am Samstag in der Allenfeldhalle. Foto: Andreas Engel FOTO: Andreas Engel
Man müsste sich das alles nicht antun. Monate lang hart trainieren, das Programm organisieren, Gäste einladen, Sponsoren finden und bei der Stange halten, bei der Jugendarbeit richtig ranklotzen, diese ganze Riesenhalle dekorieren, den Auf- und Abbau von Bühne und Saalelementen stemmen und zu allem Überfluss noch den Rosenmontagszug auf die Beine stellen – bequemer wäre es allemal, zu Hause zu bleiben. nig

Tun sie aber nicht, die Aktiven um Präsident Carsten Boeckmann. Denn sie haben sich mit Leib und Seele der Fastnacht verschrieben.

Weshalb sie sich diese Session ruhig mal selber feiern können: Sagenhafte 5 mal 11 Jahre gibt es ihren Verein "Mir senn do" nun schon. Was denn auch gleich das aktuelle Motto ist. Umgesetzt wurde das bei der Gala-Kappensitzung mit einem kunterbunten Programm, das thematisch bis ins Mittelalter führte. Rauschende Tänze, spritzige Büttenreden, Guggen-Musik und sogar ein "Gastauftritt" des amtierenden Bürgermeisters Walter Dietz gehörten dazu. Letzterer brachte Michael Marx mit, der ihn gern beerben möchte und an alle Merchweiler Haushalte schon mal vorab ein Päckchen Konfetti "als kleinen Beitrag für die närrische Zeit" verteilen ließ. Ein paar Spitzen musste das politische Duo im Verlauf der Sitzung trotzdem einstecken. So arbeiteten die Shopping-Königinnen einen knallharten Unterschied zwischen Telefon und Bürgermeister heraus: "Das Telefon kann man aufhängen, wenn man sich verwählt hat." In ihrer launigen Rede, die laut Boeckmann höchstens "über die Lenden, aber ganz gewiss nicht unter die Gürtellinie" reichte, traten Tina und Christiane auch mit Schmackes regionalen Fußballfans auf die Füße: "Willst du den 1. FCS oben sehn, musst du die Tabelle drehn." Ebenfalls in die Bütt stiegen an diesem Abend Gäste aus Fischbach, darunter die Lebensgefährtin des Bundespräsidenten, und das vereinseigene Senior-Senior-Senior-Tanzmariechen, das als Vortänzerin fürs mitmachfreudige Publikum schnell außer Puste kam.

Seine größten Stärken hat der "Mir senn do" aber in der Sparte Tanz. Allein die Minigarde, die schon Dreijährige rekrutiert, verfügt aktuell über 14 Mitglieder, darunter einige tanzbegeisterte Jungs. Ganz neu zusammengefunden hat sich die Gruppe Merchtal-Mieze. Mit "Servus, Grüzi und Hallo" stürmten sie in feschen Dirndln auf die Bühne und schuhplattlerten sich auf Anhieb in die Herzen all der Hexen und Mönche, Cowboys und Matrosen unten im Saal, Batman und Cleopatra eingeschlossen. Mit mittelalterlichem Jahrmarkttreiben und herrlichen irischen Tanz-Einlagen à la Riverdance begeisterte die Prinzengarde. Ebenfalls auf Zeitreise, nämlich bis in die 1920er Jahre, ging die Junggarde mit ihrem Showtanz. Gekonnt legten die Girls zu Charleston-, Twist- und sonstigen Klängen eine flotte Sohle aufs Parkett. Den Rahmen für all diese Höhepunkte bildeten die fast ausnahmslos gereimten Anmoderationen von Präsident Boeckmann, der für jeden Teilnehmer individuelle Dankesworte fand und das mit viel Humor verband. Was gewiss im Sinne von Gründungsmitglied Walter Dörr gewesen sein dürfte. War doch seine Losung: "Du kannst die Faasend nicht im Kopf, du musst im Herzen sie erleben!"



Zum Thema:

Auf einen BlickMitwirkende: Elferrat, Prinzenpaar Tina I. und Christian I., Sitzungspräsident Carsten Boeckmann, Minigarde, Junggarde, Prinzengarde, Juniortanzmariechen Katharina Eckes, Juniorfunkenmariechen Viktoria Keller, Seniorenfunkenmariechen Melanie Krass, Merchtal-Mieze (Trainerinnen: Jenny Urig, Christiane Braun, Tina und Sabrina Penth, Vanessa Hemmer, Tanja De Luca und Hanna Stenger); Büttenredner: Hohlkopp und Dumpfnase (Tim Jung und Gabriel Schuh), Senior-Tanzmariechen (Christiane Braun), Shopping-Queens (Christiane Braun und Tina Penth), First Lady (Frederike Klee); Partysänger Wolfgang Heib; Nodepirade (Musikalische Leitung: Andreas Steinmann); Hausband MAD. nig