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Vom Startblock in die Kabine – So wetzt Stadtrat zur Stimmabgabe

Vom Startblock in die Kabine – So wetzt Stadtrat zur Stimmabgabe

Vier Bürgermeister-Stellvertreter wählen sowie jede Menge Ausschüsse besetzen: Darüber hatte der St. Wendeler Stadtrat zu befinden. In einer Dreiviertelstunde war alles über die Bühne.

Für lange Reden ist der St. Wendeler Stadtrat nun wirklich nicht bekannt. Doch diesmal wurden seine Mitglieder zudem noch körperlich gefordert, mussten wahrlich gut zu Fuß sein. Denn Bürgermeister Klaus Bouillon (CDU ) törnte sie zu sportlichen Hochleistungen an. Vier geheime Wahlgänge, 37 Kommunalpolitiker vier Mal nacheinander einzeln und im Sekundentakt aufgerufen, damit sie zur Wahlkabine im Alsfasser Kulturzentrum eilen. Zurück zu ihrem Platz. In Windeseile Stimmen auszählen. Zwischendurch die Ergebnisse der Beigeordnetenwahl hastig verkünden. Binnen 38 Minuten war alles erledigt. Der Rathauschef hatte schon kurz vor dem zweiten Marsch auf die Urne gefordert: "Jetzt aber ein bisschen schneller." Um gleich anzuhängen: "Den Fotografen haben wir für 18 Uhr bestellt. Bis dahin sind wir durch." Bouillon sollte den selbstgesteckten Zeitplan sogar unterbieten. Als die drei Wahlhelfer die Wahlzettel entfalteten, musste der Bürgermeister gar nicht ungeduldig mit den Fingern auf den Tisch trommeln. Er machte es auf seine Weise: Ein lässiges "Türütütü" sang es durch die Sprechanlage.

Während der dritten Wahlrunde ließ er keck durchs Mikro wissen, während ein hektisches Gewusel im Saal herrschte: "Heute ist mal Bewegung im Stadtrat."

Angehängt an dieses Prozedere: die Mitglieder der zahlreichen Ausschüsse benennen und diverser anderer Gremien der Kreisstadt. Nach noch nicht einmal 45 Minuten war Feierabend, die konstituierende Sitzung nach der Kommunalwahl Schnee von gestern und die Politiker in die Sommerpause verabschiedet.

Ach so, da war ja noch was: die Ergebnisse der Beigeordneten-Wahl. Erster Stellvertreter bleibt CDU-Stadtratsfraktionschef Peter Klär. Er erhielt 35 der 37 Stimmen, zwei votierten gegen ihn. Der Stadtrat zählt 39 Vertreter, an diesem Tag fehlten indes zwei. Kurt Wiese (CDU ), Ortsvorsteher in der Kernstadt, erreichte mit 36 Stimmen das beste Ergebnis bei nur einmal Nein. Winterbachs Ortsvorsteher Gerhard Weiand (CDU ) schnitt am schlechtesten ab: Sieben Politiker versagten ihm ihre Zustimmung, 30 waren für ihn. Urweilers Ortsvorsteher Peter Zeyer (ebenfalls CDU ), wählten 33 Stadträte, vier stimmten gegen ihn.