Vom Proberaum zur eigenen Platte

Music-Camp Saar ist der Titel einer Messe, die am Samstag erstmals stattfindet. Dabei beantworten Referenten alle Fragen zum Thema Do-it-yourself („Mach es selbst“) im Musikgeschäft.

Es ist fast immer die gleiche Geschichte: Man trifft sich mit Freunden, um Musik zu machen, schrammelt im heimischen Keller ein paar Wochen rum und stellt irgendwann fest: Das klingt ja nicht mal schlecht. Aber was nun? Wie kann ich meine Musik aufnehmen? Wo kriege ich die Kohle her, um sie auf einem Tonträger zu veröffentlichen? Wie komme ich an Auftritte? Wie schaffe ich es, dass meine Platte über Amazon und andere Anbieter verkauft werden kann?

Genau diese Fragen stellen sich fast alle Musiker früher oder später, und in den meisten Fällen ist der Geldbeutel nicht so gut gefüllt, dass Geld dabei keine Rolle spielt.

Die Messe Music-Camp Saar, die am Samstag, 28. September, in der Luminanz in Saarbrücken stattfindet, widmet sich all diesen Fragen. Organisiert wird sie von Musikern, denen diese Thematik und Problematik nur zu gut vertraut ist.

"Ich selbst bin seit zig Jahren in der alternativen Hip-Hop-Szene tätig und beschäftige mich, wie viele andere auch, mit dem Thema Do-it-yourself (Mach es selbst). Häufig treten Leute an mich heran, die mir die immer gleichen Fragen dazu stellen. So entstand die Idee, eine Messe zu veranstalten, auf der Experten alle Fragen dazu beantworten", sagt Chris Histel, einer der Organisatoren. Ein halbes Jahr waren er und vier weitere Musiker damit beschäftigt, Referenten zu Themen wie Booking und Tourmanagement, Pressekontakte, Urheberrecht, Finanzierung und Aufnahme zu finden, die "ein möglichst breites Publikum ansprechen". Es sei ihnen sehr wichtig gewesen, sagt Histel, Musiker aller Stile anzusprechen. "Egal ob Metal, Pop, Rock, Hip-Hop oder Indie, Musiker wollen ihre Musik verbreiten. Deshalb wollen wir auch alle Musiker erreichen." Oft stelle er fest, sagt Histel, wie überrascht die Leute seien, wenn er ihnen erklärt, dass es kein Problem sei, die eigene Musik bei I-Tunes anzubieten. Oder die Platte auf Amazon zu verkaufen. Oder via Crowdfunding das notwendige Kapital zu sammeln, um einen Tonträger in kleinen Auflagen zu vervielfältigen. Dabei geht es darum, andere davon zu überzeugen, in ein Projekt zu investieren und diese Investoren dann mit einem Dankeschön zu entlohnen.

Insgesamt neun Referenten konnten die Organisatoren fürs erste Music-Camp Saar gewinnen. Darunter auch der Saarbrücker Live- und Studiotechniker Max Ludwig, der praxisnah erklärt, wie sich mit ein paar Tricks und cleverer Mikrofonierung selbst der kleinste Proberaum zum passenden Ort für gute Aufnahmen eignet. Dass das Kartenkontingent für die ganztägige Messe auf 80 limitiert ist, sei Teil des Konzepts, sagt Chris Histel. "Das soll keine anonyme Massenveranstaltung werden, bei der Referenten vor Hunderten Besuchern sprechen. Wir wollen, dass alle Teilnehmer Antworten auf ihre Fragen erhalten und sich untereinander austauschen." Karten gibt's im Vorverkauf, unter anderem bei Rex Rotari, Musikhaus Arthur Knopp und Hotel Domicil Leidinger für 11,75 Euro. Wenige Karten sind noch am Veranstaltungstag erhältlich.

Zum Thema:

Auf einen BlickDas Music-Camp Saar findet am Samstag, 28. September, in der Luminanz Saarbrücken, Europaallee 21, statt. Neun Referenten informieren über Do-it-yourself (Mach es selbst) als Gegenentwurf zum klassischen Musikbusiness. Beginn ist um 10 Uhr, zum Abschluss findet ab 20 Uhr ein Konzert The Autumn Art Festival, Le Magnetophone und Föns Tanztee statt. Tageskarten kosten 11,75 Euro, inklusive Eintritt zum Konzert. Konzertkarten kosten sonst fünf Euro. Alle Infos über Programm und Referenten sind online zu finden. pramusiccamp-saar.de