Vom Bolzplatz bis zum Kunstrasen

Vor 100 Jahren wollten ein paar Hüttenarbeiter Fußball spielen und gründeten ihren eigenen Verein. Irgendwann wurde dann der SV Schafbrücke daraus. Grund genug, das Jubiläum groß zu feiern.

Fußballbegeisterte Hüttenarbeiter aus Brebach haben 1914 den Verein Borussia Scheidt gegründet. Aus diesem Verein ist später der SV Schafbrücke hervor gegangen, der am Samstag in der Schafbrücker Festhalle sein 100-jähriges Bestehen feierte. Der Vorsitzende Hady Abdeli ist selbstverständlich mit der Historie des Vereins betraut. Gleich zu Beginn der Feier gab er einen kurzen Überblick über die wechselvolle Geschichte des Vereins: "Kurz nach seiner Gründung musste die Vereinstätigkeit wieder eingestellt werden, da der Erste Weltkrieg begann." Während des Nazi-Regimes wurde der Verein in VfR Schafbrücke umbenannt. Der eigentliche SV Schafbrücke wurde dann nach dem Zweiten Weltkrieg gegründet. Gustav Abel, schon vor diesem furchtbaren Krieg die treibende Kraft unter den Schafbrücker und Neuscheidter Fußballern war auch zu dieser Zeit der Funktionär, der sich für die Aufnahme des Spielbetriebs einsetzte. 20 Schafbrücker waren außerdem 1946 im Bayrischen Hof zu Neuscheidt bei dieser Wiedergründungsversammlung mit dabei.

Wechselvoll war auch die Geschichte der Schafbrücker Sportplätze. Ursprünglich wurde auf einer Sportanlage am Scheidter Bach gekickt. Dieses Gelände wurde aber zu Kriegszeiten als Barackenlager für Zwangsarbeiter genutzt und der SV Schafbrücke musste bis 1948 all seine Spiele auswärts austragen. Danach entstand ein Sportplatz auf dem heutigen BMW-Gelände an der Kaiserstraße.

Endlich ein eigener Rasenplatz

Abdeli erklärt: "Wirtschaftliche Notwendigkeiten in der Kommune zwangen uns in den folgenden Jahren zu einem Umzug auf unseren jetzigen Standort." Lange Zeit waren ein staubiger Hartplatz und ein bescheidenes Clubheim das Zuhause der Schafbrücker Fußballer. Erst zum Jahrtausendwechsel begann in Schafbrücke eine umfangreiche Umbau- und Modernisierungsphase. Gemeinsam mit dem Turnverein verwirklichten die SV-Fußballer inzwischen ihren Traum von einer Sportanlage mit Natur- und Kunstrasenplatz samt Leichtathletikanlage. Die Zusammenarbeit mit den Schafbrücker Vereinen stellt Abdeli auch heute noch heraus: "Aktuell kämpfen wir gemeinsam um unsere Festhalle."

Gäbe es die nicht mehr, hätten die Schafbrücker keinen Ort mehr, um solche Vereinsjubiläen zu feiern. Und weil die Schafbrücker Fußballer schon immer als hartnäckig galten, kämpfen sie auch abseits des Platzes mit fairen Mitteln für ihre Ziele. So nahmen sie die zum Kommers in die Festhalle gekommenen Politiker gleich in die Pflicht. Zumal mit Bundespolitikerin Anette Hübinger, Kultusminister Ulrich Commerçon und Oberbürgermeisterin Charlotte Britz auch gleich hochrangige Ansprechpartner vor Ort waren. In eben der Festhalle, die verkauft werden soll.