Volle Straßen, blockierte Saarbahn

Die erste Herbstglätte sorgte auf Saarbrückens Straßen für Komplikationen: Die Saarbahn fiel aus, Busse fuhren zu spät. Trotzdem kamen viele Franzosen, um ihren Feiertag in Saarbrücken zu verbringen.

 Verkehrsstau auf der Wilhelm-Heinrich-Brücke.
Verkehrsstau auf der Wilhelm-Heinrich-Brücke.

Eis auf den Straßen von Saarbrücken und auf mehreren Saarbahn-Oberleitungen hat gestern Morgen zwischen 4 und 10 Uhr Verspätungen im Busverkehr, Fahrausfall bei der Saarbahn und mehrere Verkehrsunfälle verursacht.

Die Saarbahn GmbH gab an, dass sich Busse von Dienstbeginn um kurz nach 4 Uhr bis 9 Uhr in den Höhenlagen um zehn bis 15 Minuten verspäteten. Die Oberleitungen der Saarbahn waren zum Teil vereist. Zwischen den Stationen Riegelsberghalle und Heusweiler Markt fiel die Saarbahn entweder aus oder verspätete sich bis zu einer Stunde. Von 5.30 bis 9.45 Uhr schickte die Saarbahn als Ersatz Busse auf die Strecke.

Auf den Straßen kam es nach Angaben der Polizei zu drei Unfällen mit Sachschaden. Verletzt wurde dabei niemand. Laut Polizei entspannte sich die Lage für die Autofahrer erst nach 9 Uhr - nachdem der morgendliche Pendlerverkehr vorüber und das Eis geschmolzen war. In der Stadt selbst gab es nach Angaben von Polizei-Pressesprecher Werner Zintel kaum Beeinträchtigungen durch die Glätte. Jedoch staute sich der Verkehr in Saarbrücken an den Kreuzungen Wilhelm-Heinrich-Brücke, Kaiserstraße und am Hauptbahnhof. Das lag aber nicht an dem Eis auf den Straßen, sondern daran, dass viele Franzosen einen ihrer wichtigsten Nationalfeiertage nutzten, um nach Saarbrücken zu fahren. Am 11. November feiern unsere Nachbarn den Waffenstillstand, mit dem 1918 der Erste Weltkrieg beendet wurde. "Viele Franzosen machen an diesem Tag einen Ausflug nach Saarbrücken", berichtete Max Schoenberg, Vorsitzender des Saarbrücker Vereins für Handel und Gewerbe: "Die Saarbrücker wissen gar nicht, wie wichtig die Franzosen für den Einzelhandel geworden sind. 15 bis 20 Prozent der Umsätze kommen inzwischen über französische Kunden zustande. An den Wochenenden sind 20 bis 25 Prozent der Kunden in der Stadt Franzosen."

Anders als die Wochenend-Einkäufer kämen die Feiertags-Besucher oft mit der ganzen Familie und wollten in Saarbrücken nicht nur einkaufen, sondern meist auch schön essen gehen. "Das bringt uns Spaß", sagte Schoenberg.

Doch es bringt auch mehr Autos und viel zähen Verkehr auf den Autobahnen und in der City. Erik Müller von der Polizei sagte, in der Stadt müsse die Polizei an solchen Tagen sensibel auf den Verkehr reagieren, um dem Einzelhandel nicht das Geschäft mit den Franzosen zu verderben. Sie überwache die Autobahnen und Parkplätze wie den an der Goldenen Bremm. Lkw-Fahrer auf der A 6 würden herausgewunken und gewarnt, wenn der Parkplatz voll sei.

Georg Himbert, Pressesprecher der Landespolizeidirektion, versicherte: "Der französische Feiertag wird in die Planung mit einbezogen." So werde genügend Personal bereitgestellt, das auf Notrufe vor Ort reagieren könne. Außerdem würden besondere Maßnahmen ergriffen, wenn eine Behinderung im Verkehr vorherzusehen sei, zum Beispiel durch eine Baustelle. Nach Angaben der Polizei gab es gestern aber trotz Stau weder besondere Maßnahmen noch Notrufe.