Völklinger Linke scheitern mit Antrag auf Armenküche

Der Stadtrat hat in seiner jüngsten Sitzung mit großer Mehrheit einen Antrag der Linken auf Einrichtung einer Stadtküche für Bedürftige als „unseriös“ zurückgewiesen. Die Linken hatten ihren Antrag unter anderem damit begründet, dass mindestens 500 Menschen in Völklingen wegen zunehmender Armut nicht mehr regelmäßig zu einem warmen Mittagessen kämen.

Neben dem Grundsatzbeschluss, eine solche Stadtküche einzurichten, war ein Arbeitsauftrag an die Stadtverwaltung vorgesehen: Sie solle bis Jahresmitte über einen möglichen Standort in der Innenstadt, Kooperationspartner und Trägerkonzept und mögliche Kosten informieren.

Der Streit im Rat begann dann allerdings damit, dass die Linken in ihrem Antrag auch das Engagement von Stadt und Stadtwerken bei der Meeresfischzucht, dem Parkhotel Albrecht oder der kurzzeitigen Einstellung eines "Genussbeauftragten" aufspießten. Der Bau der Meeresfischzuchtanlage, hieß es hier unter anderem, erlaube die Belieferung der Stadtküche mit gesundem Meeresfisch, und die Stadtwerke wollten sicherlich auch finanzschwache Bevölkerungsschichten nicht von Gaumenfreunden ausschließen. Manfred Baldauf (FDP) kritisierte diese Passagen bei den Linken als "von der Diktion her ganz klar daneben".

CDU-Fraktionschef Stefan Rabel wertete den Vorstoß ("es hätte ein ernst zu nehmender Antrag werden können") als "linkspopulistischen Klamaukantrag". Sein SPD-Amtskollege Erik Kuhn forderte die Linken auf, "zur nächsten Haushaltsberatung einen seriösen, mit Zahlen untermauerten" Antrag zu stellen. Ansonsten liefere zum Beispiel das Seniorenzentrum Ludweiler täglich "über 1000 Mittagessen zu einem kleinen Preis" aus. Paul Ganster (Linke) entgegnete, ein Essen von dieser Einrichtung in Ludweiler koste jeweils sechs bis sieben Euro. Bei der Stadtküche schwebt den Linken ein Kostenbeitrag von einem Euro vor.