Vier Tage lang im Bundestag

Nina Durand (17) aus Völklingen war plötzlich Klempnerin aus Berlin-Marzahn, 35 Jahre alt und Mutter von zwei Kindern. Und mischte mit dieser (zugelosten) Biografie vier Tage lang im Deutschen Bundestag mit.

Die Saarbrücker Wahlkreisabgeordnete Elke Ferner, SPD, hatte die 17-jährige Nina Durand aus Völklingen als Teilnehmerin der Veranstaltung des Deutschen Bundestages "Jugend und Parlament" nominiert. Vom 31. Mai bis 3. Juni trafen sich 315 Jugendliche aus dem gesamten Bundesgebiet im Bundestag und stellten in einem Planspiel das parlamentarische Verfahren nach. Die Jugendlichen übernahmen für vier Tage die Rolle von Abgeordneten und haben vier Gesetzesinitiativen simuliert.

Die Völklingerin schildert ihre Erfahrungen: "Am Anfang bekommen alle Teilnehmer eine Mappe mit einem fiktiven Lebenslauf zugelost. Ich war eine Klempnerin aus Berlin-Marzahn, 35 Jahre und Mutter von zwei Kindern, die sich von der Kommunalpolitik in die Bundespolitik hochgearbeitet hat. In dieser Rolle war ich vier Tage im Bundestag unterwegs und saß im Ausschuss für Arbeit und Soziales. Hier wurde ich sogar zur Arbeitsgruppensprecherin gewählt und es war wahnsinnig spannend, die Arbeit der Abgeordneten in Landesgruppen, Fraktionen, Arbeitsgruppen und Ausschüssen kennen zu lernen. Manches sehe ich nun mit anderen Augen", so Nina Durand.

Zur Debatte im Plenum standen Entwürfe zur "Einführung einer regelmäßigen Überprüfung der Fahrerlaubnis bei älteren Verkehrsteilnehmern", zur "Regelung des Ausbaus von Windkraftanlagen an Land", zur "Mandatierung eines Bundeswehreinsatzes in der Republik Sahelien" sowie "zur Verbesserung der Transparenz und Kontrolle persönlicher Daten in digitalen Medien". Bei der abschließenden Debatte im Plenarsaal traten alle 48 Redner aus allen Spielfraktionen ans Pult und versuchten, Mehrheiten für ihre politischen Anliegen zu gewinnen.

"Oftmals ist das gar nicht so einfach, wie man als Außenstehende meint. Es waren für mich vier anstrengende, aber auch schöne Tage, die ich nicht missen möchte. Solche Erfahrungen nimmt man nur einmal im Leben mit", lautet Ninas Fazit.