Vier Frauen, vier künstlerische Positionen

Gleich vier Frauen zeigen bis September ihre Werke in der Galerie der Marienhausklinik Ottweiler. Dabei decken die Künstlerinnen ein breites Spektrum ab: Von realistischen bis hin zu abstrakten Gemälden ist alles vertreten.

Zuletzt stellten drei Herren ihre Werke in der Galerie der Marienhausklinik Ottweiler aus, seit Mittwoch ist dort Frauenpower angesagt. Ulf Sauerbaum, verantwortlich für die Kunst-Galerie, hat die Werke von Martina Andres, Silke Heidrich, Jona Hoffmann und Hildegard Nagel in eine Gemeinschaftsausstellung gepackt. Ein Blick auf die Werke von Martina Andres, 55, aus Wiebelskirchen verrät, dass sie ein Faible für realistische Ölgemälde hat; in ihrer 20-jährigen Schaffensphase habe sie jedoch fast alle Medien ausprobiert. Wenn sie ein Stillleben wie "Mediterran" (eine Komposition aus Knoblauch, Ölflasche und Zucchini) angeht, ordnet sie die Gegenstände an und schießt ein Foto: "Weil ich monatelang an einem Ölgemälde arbeite, muss ich den Lichteinfall festhalten."

Silke Heidrich, 47, aus Neunkirchen lässt sich von Träumen oder der Natur inspirieren. Wie ihr Werk "Wasserfall" zeigt, genießt sie in der Natur das Wechselspiel der Farben: Das hellblaue Wasser eines Flusses stürzt ab und durchbricht einen düsteren Wald, der unter einem strahlend gelben Horizont liegt.

"Stiller See" zeigt einen gelblich schimmernden See, der von einem dunklen Wald eingerahmt ist; im Bildvordergrund sitzt eine Frau auf einer Bank, aber nur ihr Rücken ist zu sehen. "Ich will immer das Mystische zum Vorschein bringen. Diese Frau ist beruhigend und mystisch zugleich", sagt Heidrich, die schon seit ihrer Kindheit malt.

Die Liebe zur Kunst wurde auch Jona Hoffmann, 30, aus Ottweiler in die Wiege gelegt; mittlerweile arbeitet sie als Schneiderin und pflegt nebenher die Malerei. Wenn sie ihre abstrakten Gemälde entstehen lässt, ist sie nie allein: Ihre dreijährige Tochter male immer fleißig mit. In der Galerie der Marienhausklinik ist mit dem Werk "Brunnen" etwa ein stilisierter Brunnen in Hellrosa und Ocker zu sehen; zudem spielen einige Gemälde mit goldener Farbe. Hildegard Nagel, 59, aus Stennweiler malt besonders gern Augen: "Das ist meine Spezialität. Augen strahlen Lebendigkeit aus."

Lange Zeit habe ihr der Mut gefehlt, sich als Künstlerin auszutoben - viel lieber habe sie das Können anderer bestaunt. Ein Bekannter habe ihr jedoch 2008 einen Schubs gegeben und so fing sie an, etwa Katzen und Wölfe zu malen.

Die Werke sind bis Dienstag, 30. September, zu sehen.