Vielfalt auf dem Burbacher „Souk“

78 Händler lockten beim Orientalischen Markt in Burbach mit exotischen Waren und Genüssen. Profi-Händler, Privatleute und Initiativen machten mit. Wetter und Dekoration versetzten in die Welt aus Tausendundeiner Nacht.

Die Pfingsthitze gab dem Orientalischen Markt in Burbach den passenden Rahmen. Genau wie in südlichen Gefilden konnte man nur sehr gemächlich über den Burbacher Markt schlendern. Schattige Plätzchen waren begehrt. Besonders schön war es in der überdachten Marktstraße. In arabischen Schriftzeichen war da Souk, zu Deutsch Markt, zu lesen. Durchsichtige Tücher in Pink, Gold und Lila bauschten sich entlang beider Seiten und machten die moderne Konstruktion so prachtvoll wie die Märkte in den Geschichten aus Tausendundeiner Nacht.

Fantasievolle Borten

Geschirr, Geschmeide und Gewänder gab es dort. Maha Mahmoud verkaufte lange Kleider mit selbst entworfenen Borten. Sie zeichne Schablonen und schicke sie in die Türkei, wo es die passenden Nähmaschinen gebe, erzählte sie. Früher, zuhause im Irak, habe sie Kleider für Hochzeiten und Partys genäht.

Richtige Kunstwerke und zum Aufessen fast zu schade waren die kleinen algerischen Kuchen von Nasri Youcef. Kissen, Blüten, Monde mit Walnüssen und Mandeln - alles liebevoll von Hand geformt. Orient-Touch hatten auch die in Tapisserie gerahmten Bilder der Saarbrücker Malerin Petra Thoss. Frauen und Schuhe sind ihre Themen. Speziell für diesen Markt hatten Schnabelschuhe Modell gestanden. Mokka aus winzigen Tässchen mit anschließendem Kaffeesatzlesen und mediterraner Musik im Hintergrund machten gute Laune. Eine Märchenerzählerin entführte auf der Bühne bis Bagdad und von dort aus geradewegs zu einem Schatz vor den Toren von Kairo. Tanzgruppen zeigten Folklore. Ein Klarinettist entlockte seinem Instrument Töne wie ein Schlangenbeschwörer.

78 Händler lockten mit Waren und Genüssen aus aller Herren Länder. Exotisches in Bananenblättern, Reisröllchen im Weinblattmantel, argentinische Teigtaschen, Fettgebackenes mit Puderzucker - das Angebot war bunt. Profi-Händler, Privatleute und Initiativen machten mit.

Trommeln mit Geschichten

Lillian und Manfred Petry präsentierten den Verein Haus Afrika. Zu Ohrringen aus Stoff und Taschen aus geflochtenen Baumblättern gesellten sich grüne Kochbananen. In den mit Fell bespannten Trommeln steckten Geschichten zur Erziehung, erläuterte Lillian Petry und demonstrierte, wie ein Wiegenlied funktioniert. Rosenwasser, Kardamom, Samenkörner und geheimnisvolle Essenzen kredenzten Moini und Mrhrawaran. Ihr persisches Fensterbrot in den Edelsteinfarben Granat, Türkis und Bernstein war nicht nur ein Augenschmaus. "Mmmh, lecker" kommentierte Heidi Schneider beim ersten Probebiss.