| 00:00 Uhr

Viele Straßenbrücken im Saarland sind marode

Saarbrücken/Berlin. 53 Straßenbrücken des Bundes, die einem guten Viertel der gesamten Brückenfläche im Saarland entsprechen, müssten dringend saniert werden. Der Grünen-Politiker Markus Tressel fordert ein Investitionsprogramm des Bundes. Daniel Kirch

Der Zustand der Brücken von Bundesstraßen und Autobahnen im Saarland hat sich in den vergangenen Jahren verschlechtert. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage des Grünen-Bundestagsabgeordneten Markus Tressel hervor. Demnach sind 8,5 Prozent aller Straßenbrücken im Saarland, die zum Straßennetz des Bundes gehören, in einem "nicht ausreichenden" oder gar einem "ungenügenden" Zustand. Zehn Jahre zuvor waren es nur 3,4 Prozent.

Der Zustand von 43 Brücken (6,9 Prozent) wird vom Bundesverkehrsministerium als "nicht ausreichend" eingestuft. Dies bedeute jedoch nicht zwangsläufig eine Nutzungseinschränkung, sondern sei ein Indikator dafür, dass in näherer Zukunft eine Instandsetzung geplant werden müsse, teilte das Ministerium in der Antwort auf die Anfrage mit. Zehn Brücken (1,6 Prozent) sind in "ungenügendem" Zustand. Dies bedeutet, "die Standsicherheit und/oder Verkehrssicherheit sind erheblich beeinträchtigt oder nicht mehr gegeben".

Die 53 Brücken in kritischem Zustand entsprechen zusammen 27,4 Prozent der gesamten Brückenfläche des Bundes im Saarland - was dafür spricht, dass vor allem große Bauwerke betroffen sind. Zehn Jahre zuvor waren nur 5,4 Prozent der Fläche betroffen. Die besonders maroden Brücken liegen in Roden, Völklingen, Saarbrücken, Dirmingen, Sotzweiler und St. Wendel.

Tressel forderte "ein ausreichendes Sonderprogramm" des Bundes zum Erhalt der Infrastruktur im Saarland und in anderen betroffenen Bundesländern. "Ich erwarte, dass die Landesregierung sich bei ihren Parteifreunden in Berlin dafür stark macht", so Tressel. Angesichts sprudelnder Steuerreinnahmen müsse der Erhalt der Infrastruktur eine höhere Priorität bekommen. Das schaffe Arbeitsplätze und erhalte Wettbewerbsfähigkeit. Der Zustand der Infrastruktur sei auch ein Indikator für die Leistungsfähigkeit eines Wirtschaftsstandortes.


Markus Tressel
Markus Tressel FOTO: Grüne