Viele Profis, viele Chancen und eine stumme Pfeife

Der 1. FC Saarbrücken II ließ im Oberliga-Spiel bei der SV Elversberg II zahlreiche Chancen in der zweiten Hälfte ungenutzt – und kam so nicht über ein 0:0 hinaus. Der Punkt bringt den FCS im Abstiegskampf kaum weiter.

Viel Qualität - aber keine Treffer an der Elversberger Kaiserlinde. Das Saar-Derby in der Fußball-Oberliga zwischen den 2. Mannschaften der SV Elversberg und des 1. FC Saarbrücken endete am Sonntag torlos mit 0:0. Und das, obwohl FCS-Trainer Bernd Eichmann und seinem Elversberger Kollegen Peter Eiden namhaftes Personal zur Verfügung stand. Bei Saarbrücken standen sieben Spieler in der Startelf, die im Laufe der Saison bereits in der 3. Liga am Ball waren - unter anderem Philipp Kreuels, Maurice Deville und Tim Stegerer. Bei der SVE waren es vier Akteure.

Die Qualitätsspritze merkte man zunächst aber nur der Heimelf an. Die SVE kombinierte vor 300 Zuschauern aus einer kompakten Defensive flott nach vorne, vergab aber in den ersten 45 Minuten drei dicke Chancen, um in Führung zu gehen. Vom FCS war zunächst wenig zu sehen, ein Distanzschuss von Philipp Kreuels blieb die einzige gefährliche Torannäherung in Halbzeit eins.

Das änderte sich im zweiten Durchgang. Der FCS kam entschlossen aus der Kabine, spielte mutiger nach vorne und forderte nach 63 Minuten einen Elfmeter: Nach einem kapitalen Missverständnis zwischen dem aus seinem Kasten geeilten SVE-Torwart Daniel Kläs und seinen Vorderleuten stand Saarbrückens Artur Schneider plötzlich allein vor dem leeren Elversberger Tor. Kläs sprintete zurück und spitzelte dem einschussbereiten Schneider das Leder rustikal vom Fuß. Der Saarbrücker Mittelfeldspieler sank dabei zu Boden, doch die Pfeife von Schiedsrichter Thorsten Braun blieb stumm.

Aber spätestens zu diesem Zeitpunkt hatte sich das Kräfteverhältnis auf dem Platz gedreht. Der FCS dominierte die Partie und schien drauf und dran, die drei Punkte von der Kaiserlinde zu entführen. Doch einen Freistoß von Saarbrückens Frederic Ehrmann lenkte Kläs gerade noch um den Pfosten (65.) und Maurice Deville donnerte den Ball einen halben Meter über den Kasten (72.). Die letzte Chance für den FCS vergab Julien Humbert, der sieben Minuten vor dem Ende zu einem fulminanten Sololauf ansetzte, mit einem strammen Flachschuss von der Strafraumkante allerdings erneut in Daniel Kläs seinen Meister fand.

FCS-Kapitän Julian Fricker analysierte nach der Partie: "In der ersten Halbzeit waren wir unruhig, haben im Aufbauspiel viele Fehler gemacht und sind deshalb kaum zu Chancen gekommen. In Hälfte zwei waren wir dann aggressiver, haben mehr zweite Bälle gewonnen und unsere spielerische Linie gefunden. Das Unentschieden geht vom Spielverlauf her in Ordnung." Das Ergebnis hilft dem FCS II im Abstiegskampf nur bedingt weiter. Mit 22 Punkten liegt die Mannschaft auf dem 16. Tabellenplatz.