Verletzung überschattet Derby-Sieg der HSG Saarbrücken

Das Saarbrücker Stadtderby in der Handball-Saarlandliga wurde von der schweren Verletzung von HSG-Akteur Maurice Kopp überschattet. Am Ende gewann Gastgeber HSG Saarbrücken gegen den HC St. Johann 32:19 (16:5).

Es ist der Moment, als der Sport am vergangenen Samstag in der Rastbachtalhalle in den Hintergrund rückt. Vier Minuten sind im Derby der Handball-Saarlandliga zwischen Gastgeber HSG Saarbrücken und dem HC St. Johann in Hälfte eins noch zu spielen, da krümmt sich Maurice Kopp von der HSG plötzlich am Boden. Der 21-Jährige schreit vor Schmerz, das rechte Knie ist verdreht, Verdacht auf einen Bänderanriss. Von der blendenden Stimmung, die beim 14:5 für die HSG zuvor noch herrschte, ist nichts mehr übrig. In der Halle wird es mucksmäuschenstill.

Eine halbe Stunde nach dem tragischen Zwischenfall wird Kopp unter dem aufmunternden Applaus der rund 120 Zuschauer abtransportiert. Kurz darauf wird die Partie fortgesetzt: "Maurice hat sich gewünscht, dass wir weitermachen und das Spiel für ihn gewinnen", verriet HSG-Trainer Andreas Birk. Das sollte den Gastgebern im Stadtderby eindrucksvoll gelingen. Schon nach 38 Minuten sangen die lautstarken HSG-Anhänger beim 21:10-Zwischenstand: "Die Nummer Eins der Stadt sind wir". Am Ende hieß es 32:19 für die Gastgeber. "Die Einstellung war super, wir haben toll gekämpft. Das war eine super Teamleistung", freute sich Rechtsaußen Lars Ihl, mit fünf Toren bester HSG-Schütze. Und die Gäste? Die fanden gar nicht in die Partie: "Wir haben eine katastrophale erste Halbzeit gespielt", hielt Felix Lampen, mit sechs Toren treffsicherster St. Johanner, ernüchtert fest. "Da lief bei uns gar nix. Der Gegner hat dagegen losgelegt, wie es sich für ein Derby gehört."

Mit aggressivem Deckungsspiel erlaubte Birks Team dem HC erst nach acht Minuten zum 1:4 das erste Tor. Danach baute die HSG den Vorsprung immer weiter aus. Über 12:3 ging es nach der langen Unterbrechung mit 15:6 in die offizielle Pause. Aus der kam der Gast mit mehr Mut, nach dem 15:21, war das St. Johanner Aufbäumen aber beendet. "Wir haben den Derbycharakter nicht angenommen", befand HC-Trainer Ludwig Wiltz, "haben von der ersten bis zur letzten Minute schlechten Handball gespielt. So kann man in einem Derby nichts gewinnen."

Am Samstag, 20 Uhr, spielt der HC im Saarlandpokal bei Ligarivale TV Niederwürzbach . Die HSG muss am Sonntag beim TuS Brotdorf III (15 Uhr) ran.