Verkehrsprobleme unter der Lupe

Homburg. Noch ist vom Einkaufszentrum, das einmal auf dem Homburger Enklerplatz stehen soll, nichts zu sehen. Doch schon wird heftig darüber diskutiert. Zum einen geht es Gewerbetreibenden darum, wie sich dies auf die Geschäfte in der Innenstadt auswirkt, dafür haben sie einen eigenen Arbeitskreis gebildet

Homburg. Noch ist vom Einkaufszentrum, das einmal auf dem Homburger Enklerplatz stehen soll, nichts zu sehen. Doch schon wird heftig darüber diskutiert. Zum einen geht es Gewerbetreibenden darum, wie sich dies auf die Geschäfte in der Innenstadt auswirkt, dafür haben sie einen eigenen Arbeitskreis gebildet. Zum anderen steht aber die Frage im Raum, wie diejenigen, die zum ausgiebigen Bummel mit dem Auto kommen werden, möglichst reibungslos hin- und wieder wegfahren können. Mit ein Grund für die Gedanken: das schlechte Vorbild der Saarbrücker Europa-Galerie, an der schon in den ersten Tagen nach der Eröffnung Staus für Unmut sorgten.

Derzeit stecke das Projekt im Bebauungsplanverfahren, und im Rahmen dessen werde "auch die verkehrliche Auswirkung untersucht", sagte gestern Homburgs städtischer Beigeordneter Rüdiger Schneidewind. Doch bereits jetzt seien Knackpunkte auszumachen. Mit Sicherheit liege einer an der Ecke Talstraße/Am Mühlgraben. "Hier war immer ein kleiner Kreisel in der Diskussion", betonte er. Weiterer neuralgischer Punkt ist die Ampelanlage Mainzer-/Richard-Wagner-Straße. "Hier wird heute schon jede Sekunde ausgelotet. Eine höhere Verkehrsbelastung wird dort schwierig." Ein Kreisel an dieser Stelle müsse sich über beide Kreuzungen, also auch die an der Mainzer Straße/Am Mühlgraben, erstrecken. "Da ist der Platz gar nicht vorhanden", denkbar sei nur eine Ellipsenform. Allerdings wäre dies teuer. Eine Grobschätzung habe bei mindestens zwei Millionen Euro gelegen. "Da muss man genau sehen, was zu machen ist."

Allerdings mit Bedacht, denn "ich glaube nicht, dass wir jetzt direkt zwingend Handlungsbedarf haben", unterstrich der Beigeordnete. Es sei möglich nachzujustieren, wenn das Center tatsächlich stehe und in Betrieb genommen werde. Es gebe Möglichkeiten, den Verkehr vorbeizuleiten, etwa imTeil der Talstraße Richtung Bruchhof-Sanddorf. Die Stadt werde das Ganze im Auge behalten - auch nach der Prüfung. Prinzipiell sei es in Homburg so, dass die meisten Straßen bei der Verkehrsauslastung an der Grenze lägen. "Die Richard-Wagner-Straße kann aber noch Verkehr aufnehmen", sagte er. Es müsse also überlegt werden, wie die Autos so gelenkt werden können, dass hier zu- und abgefahren werde.

Eines steht für Schneidewind aber bereits fest: "Das alles ändert am bisherigen Verkehrskonzept gar nichts." Die sei dafür gedacht, dass Menschen mit ihrem Pkw in die Innenstadt leichter hineinkommen und das in der Gerberstraße geplante Parkhaus besser erreichen. Einer der wesentlichen Punkte, der bei diesem Konzept noch aussteht, ist der Umbau der Talstraße, der derzeit läuft. Danach kann dann ein Teilstück in beide Richtungen befahren werden. Das habe mit dem geplanten Einkaufszentrum "erstmal nichts zu tun".

Sollten die Pläne des Investors, der Hamburger Einkaufs-Center Entwicklungsgesellschaft (ECE) umgesetzt werden, dann könnte Ende 2013 auf den Enklerplatz eine Galerie mit einer Verkaufsfläche von 18 000 Quadratmetern und 600 Parkplätzen entstehen.

Hintergrund

In Homburgs Talstraße wird gebaut, damit auf einem Stück in beide Richtungen gefahren werden kann. Ein anderes, nur geplantes Bauvorhaben, sorgt für Diskussionen. Die Stadt prüft, wie sich eine Einkaufsgalerie auf dem Enklerplatz auf den Verkehr auswirken könnte. Foto: Thorsten Wolf.

Bei der Baustelle in der Talstraße läuft es nach dem verspäteten Start derzeit im Großen und Ganzen nach Plan. Das sagte gestern Homburgs städtischer Beigeordneter Rüdiger Schneidewind. Nächstes Frühjahr sollen die Arbeiten beendet sein, "sofern der Winter mitspielt". Der Umbau der Talstraße ist ein entscheidender Schritt bei der Umsetzung des neuen Verkehrskonzepts für Homburg. Die Straße soll nämlich auf einem Teilstück künftig in beide Richtungen befahrbar sein. Derzeit geht das für Autos nur mit Kurs auf den Kreisel. Lediglich Busse fahren im Gegenverkehr. Ist dort alles fertig, dann müssen sich Autofahrer in der Innenstadt mit vielen Änderungen anfreunden: Es wird nämlich dadurch auch an anderen Stellen Umstellungen geben. ust

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