| 00:00 Uhr

Verkehrschaos am Schlosspark dauert an

Kritisch werden kann die Situation, wenn sich auf der Zuwegung Fußgänger und Autos begegnen. Deshalb wird überlegt, links auf dem Grünstreifen einen Fußweg anzulegen. Foto: Becker & Bredel
Kritisch werden kann die Situation, wenn sich auf der Zuwegung Fußgänger und Autos begegnen. Deshalb wird überlegt, links auf dem Grünstreifen einen Fußweg anzulegen. Foto: Becker & Bredel FOTO: Becker & Bredel
Geislautern. Die Geislauterner müssen weiter mit der Verkehrssituation rund um ihr Ortszentrum am Schlossplatz leben. Der Vorschlag mit einer Schranke an der Zufahrt zu Dorfgemeinschaftshaus und Schule ist vom Tisch. Nun hat die Suche nach anderen Lösungen begonnen. Von SZ-RedakteurBernhard Geber

Besucher von Grundschule, Kindertagesstätte, Dorfgemeinschaftschaftshaus und Jugendzentrum in Geislautern müssen weiter mit Gedränge und brenzligen Verkehrssituationen auf der schmalen Zufahrt rechnen. Eine elektronisch gesteuerte Schranke an der Schlossstraße, die nur noch Personal und sonstige Karteninhaber zu den Parkplätzen durchlässt, wird es jedenfalls nicht geben. Oberbürgermeister Klaus Lorig (CDU) zog am Donnerstagabend nach über einstündiger Debatte im Ratsausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt den entsprechenden Verwaltungsvorschlag zurück. Lorig erbat sich vom Ausschuss eine klare Marschrichtung zum weiteren Vorgehen, doch zu einer Beschlussfassung kam es am Donnerstagabend nicht mehr. Wobei sich die Kommunalpolitiker aber einig in der Diagnose waren, dass am Schlosspark "Verkehrschaos" herrsche.

Bürgermeister Wolfgang Bintz (CDU) und Heinz Beck, Fachbereichsleiter Technische Dienste im Rathaus, hatten sich zuvor vergeblich für die Schranke eingesetzt. Dies sei zwar keine optimale, aber doch die "schnellste und preiswerteste Lösung" (Bintz). Christina Hennrich, Leiterin von Bauaufsicht und Straßenverkehrsbehörde im Rathaus, bekräftigte dagegen in der Ausschusssitzung, mit der Sperrung der Zufahrt an der Schlossstraße verlagere man nur das Problem in den öffentlichen Verkehrsraum. Eine Schranke sei "kein geeignetes Objekt, das Problem zu lösen", pflichtete SPD-Ausschusssprecher Wolfried Willeke bei."Wenn man da vorne die Schranke macht, ist der Verkehr in der Schlossstraße wahrscheinlich morgens k. o.", warnte CDU-Sprecher Franz Josef Petry. Bereits jetzt gilt die Lage in dieser Straße als sehr angespannt.

"Die Situation ist morgens eine Katastrophe", bestätigte Bürgermeister Bintz. Aber andererseits geht es offenbar geradezu abenteuerlich auf der Zuwegung zu: "Jeder fährt durch, auch nachts", sagt Bintz - das bestätigen auch ortskundige Stadtratsmitglieder. Eltern brächten ihre Kinder im Eiltempo mit dem Auto direkt vor die Schule und den Kindergarten, wendeten dort, führen zurück, bewirkten dabei, "dass andere Kinder aus dem Weg springen müssen". Und auch bei Großveranstaltungen im Dorfgemeinschaftshaus versuche offenbar noch jeder, einen Parkplatz direkt vor der Tür zu finden - mit der Gefahr von kritischen Begegnungen.

Eine Schranke wird es nun nicht geben. Doch: "Wir müssen etwas tun", beschwor Bintz die Stadtratsmitglieder. Diskutiert wurde dann Dinge wie Bodenwellen auf der Zufahrt und ein neuer Fußweg, der auf dem Grünstreifen links neben der asphaltierten Fahrbahn angelegt werden könne. Brunhilde Folz (SPD) regte an, für den Verkehr zum Kindergarten "in Zukunft einen anderen Weg zu finden". Doch es blieb offen, wann hier Beschlüsse fallen.

Zuletzt noch ein Argument gegen eine Schranke: Christina Hennrich, gelernte Juristin, unterstrich in der Sitzung, nach dem Baugesetz sei die Stadt verpflichtet, bei ihren Gebäuden die erforderlichen Parkplätze für alle Nutzer ("auch die Besucher") vorzuhalten. Zuvor hatte Hennrich in einer Stellungnahme bereits die Schranke an der Kindertagesstätte Haydnstraße kritisiert, die "den Eltern-Kind-Verkehr in chaotische Parkverhältnisse im öffentlichen Verkehrsraum" verdränge.