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Vereinter Kampf für „Ein grandioses Baudenkmal“

Saarbrücken. Der Pinguisson-Bau, in dem derzeit noch das Kultusministerium residiert, hat trotz seiner Baufälligkeit viele Fans, die das Bauwerk unbedingt erhalten wollen. Das zeigte sich eindrücklich bei der Finissage der Ausstellung über den Architekten Georges Henri Pinguisson. Von SZ-Mitarbeiterin Silvia Buss

"Es lohnt sich!" hatte der Werkbund Saar eine abendfüllende und gut besuchte Veranstaltung am Dienstag überschrieben. Damit wollte er zur Finissage seiner Ausstellung über den Architekten Georges Henri Pingusson im Kultusministerium noch einmal laut trommeln für den Erhalt des Gebäudes, das Pingusson Anfang der 1950er-Jahre entwarf.

Aus der geplanten Ausstellungsdauer von drei Wochen sei nun fast ein ganzes Jahr geworden, freute sich Werkbund-Frau Marlen Dittmann. Eine Zeit, die auch der Hausherr, Minister Ulrich Commerçon, selbst ein "entschiedener Verfechter und erster Verteidiger des Gebäudes" (Dittmann), genutzt hat, um - unter anderem mit Veranstaltungen zum Élysée-Jahr - Tausende Besucher ins Haus zu locken und es "in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses zu rücken".

Warum es sich lohnt, das 1951 bis 54 als französische Botschaft erbaute Haus trotz zu erwartender hoher Kosten zu sanieren? Weil es ein "grandioses Baudenkmal" sei, ein "Schaustück französischer Architektur auf deutschem Boden", was es nirgends sonst gebe, hub Clemens Kieser, Karlsruher Denkmalpfleger, als Podiumsgast zu einer langen Eloge an. Die Eingangshalle erinnere an den Ehrenhof des Hotel de Ville in Paris, der Treppenaufgang an die Münchner Alte Pinakothek. Seine Ambivalenz rühre daher, dass man es mit seiner "Grandezza", seiner Erhabenheit, für eine kleine Stadt wie Saarbrücken vielleicht als eine Schuhnummer zu groß empfinde.

Der Versailler Architektur-Professor Benoît Carrié wiederum, der das Haus im Herbst mit 40 Studenten untersucht hatte, schwärmte unter anderem vom Reichtum des Inventars, etwa den Lampen, die Pingusson, als Fachmann mit Elektrizitäts-Diplom, entworfen hatte.

Arno Krause, Joachim Becker (Firma Klima Becker) und der ehemalige Architektur-Professor Günter Mönke gaben als Zeitzeugen einen Eindruck vom Elan des saarländischen Wiederaufbaus. Diesen Mut wünscht sich Commerçon auch heute und mahnte, trotz der Ankündigungen der Landesregierung, den für die Landesgeschichte so bedeutsamen Bau zu einer Heimstatt der deutsch-französischen Institutionen machen zu wollen, sei der "Pinguin-Bau" noch nicht gerettet. Die schwierigste Zeit beginne erst, wenn nach dem Auszug seines Ministeriums das Bauwerk aus dem Augenmerk der Öffentlichkeit rücke.